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3 Jahre Queers & Guitar

Wanna Be Like Peaches:

 

Olga, eine der vier Partymacherinnen von Queers & Guitar. Hier am 30.5.09 bei ihrer 3-Jahres-Queers And Guitar-Geburtstagsparty im Bielefelder Ostbahnhof mit haarigem Outfit - ganz im Stil der Electroclash-Ikone Peaches. (Foto: TS | 30.5.09)

Die siebte Eingetragene Lebenspartnerschaft 2009 in Bielefeld:

 

Jana, auch als DJana bekannt, die viele Jahre bei den lesbisch-schwulen Magnus-Partys in der Bielefelder Hechelei auflegte, heiratete am 12.5.09 um 12 Uhr ihr Lebensgefährtin Iris. Mit Freund_innen, Kolleg_innen und Verwandten zeigten sie sich nach der Trauung bei strahlendem Sonnenschein auf der Hochterrasse des Bielefelder Standesamtes im Neuen Rathaus. Am Freitag findet die Hochzeitsparty in Bielefelds einziger Frauendisco statt - geschlossene Gesellschaft. (Foto: TS | 12.5.09)

Dota & die Stadtpiraten

Die Burg groovt:

 

Dota Kehr (Foto) und ihre Band Die Stadtpiraten aus Berlin brachten ein zahlreiches, gut gelauntes Publikum, darunter auch auffallend viele lesbische junge wie ältere Frauen, bei ihrem Konzert auf der Bielefelder Sparrenburg am 3.6.09 zum Feiern - mit intelligenten wie charmanten gesellschaftskritischen deutschen Texten und ihrem typischen von Bossa bis Reggae inspirierten Sound. Dabei stellte sich heraus: Dota, selbst nicht lesbisch, hat nicht nur viele lesbische Fans, sondern auch eine lesbische Cousine in Bielefeld, Franziska vom Lesbenchor Just Different. Sehr weird! (Foto: TS | 3.6.09)

Lesbische Badefreuden in Kampen auf Sylt

 

 

Inge und ihr Sohn „wanderten“ vor einem Jahr gemeinsam von Bielefeld nach Sylt „aus“, wo dieses Foto entstand. Foto: Inge Sadlak | 19.5.09

Carnival der Kulturen &

Les Benitas

Bunt und politisch:

 

Bildung, Umwelt, Menschenrechte, die Grünen machten Wahlkampf und Peter Struck von der AIDS-Hilfe Bielefeld schob den Papst, der Kondome verteilte - der 13. Carnival der Kulturen in Bielefeld war wohl in diesem Jahr einer der politischsten in seiner Geschichte. Trotz Dauerregen säumten wieder zahlreiche Bielefelder_innen am Samstag, 6.6.09, ab 15 Uhr die Strecke des farbenfrohe Umzugs von der Schloßhofstraße zum Ravensberger Park. Mit dabei und hier im Bild die Bielefelder Lesbensambagruppe LesBenitas, die - wie die meisten der Teilnehmer_innen - traditionell in jedem Jahr mit neuen selbst gemachten Kostümen aufwartet. (Foto: TS | 6.6.09)

Just different:

 

Der Bielefelder Lesbenchor Just Different (mehr siehe auch Archiv Ausgabe Nr. 13) trägt seinen Namen zu Recht. Das gute Dutzend gut gelaunter Frauen ist einfach anders. Am 7.6.09 traten die fünfzehn Damen (das Foto zeigt zwei von ihnen) erstmals nicht ausschließlich nur vor Frauen, sondern vor einem gemischten Publikum in der Bielefelder Neuen Schmiede auf. Dies war die zweite Aufführung ihres aktuellen Programms „Lila Nächte“. Darin nahmen sie die rund 150 begeisterten Gäste mit auf eine kurzweilige musikalische Zeitreise von den 1920er Jahren bis heute. Mit viel Humor und Phantasie schritten sie dabei musikalisch den Weg der Frauen- und Lesbenbewegung ab. (Foto: TS | 7.6.09)

Pink

Ein Lächeln für die Kamera:

 

Die Fotografin dieses Fotos ist Miriam aus Bielefeld. Mitten im Publikum bekam sie als lesbischer Fan Pinks Aufmerksamkeit für einen Moment beim Pink-Konzert 2009 in der Lanxess Arena in Köln. Ein Augenblick, für den sie viele, viele andere weibliche Fans beneiden dürften … besonders, da sich Pink zuletzt als bisexuell geoutet hat. Mehr dazu s. auch Ausgabe Nr. 20 Juni 2009 (Foto: Miriam H.)

Happy Happymess:

 

Anna (links) und Zweany Maltese sind das weirde Duo The Happymess aus Bielefeld. Hier beim Tag der offenen Tür im Bielefelder Frauenkulturzentrum am 21.6.09, wo die beiden Mädels mit eigenen Songs und Covern von Billy Idol bis Velvet Underground für die musikalische Komponente am sonntäglichen Nachmittag sorgten. Der Gitarren-Sound vielleicht nicht immer perfekt, dafür um so cooler vor allem der zweistimmige Gesang, die Songs und der Rest. (Foto: TS | 21.6.09)

Anne Haigis & Annika

Burg-Frauen:

 

Die Sängerin und Gitarristin Anne Haigis (links) - gemeinsam mit ihrem  Gitarristen Jens Filser - und die im Vorprogramm zum ersten Mal in Bielefeld spielende Singer/Songwriterin Anika (rechts) gastierten am 24.6.09 beim sommerlichen „kulturextra“ Open Air-Konzert auf der Bielefelder Sparrenburg. Begleitet nur von Akustikgitarren sorgten sie beim zahlreichen Publikum, darunter wieder viele lesbische Frauen, auch für den ein oder anderen nachdenklichen Moment. Mehr zu Anika, die übrigens, so verriet sie weird, momentan mit einer Frau liiert ist, in der kommenden Ausgabe von weird Nr. 21 Juli 2009, die am 30.6.09 hier erscheint. (Foto: TS | 24.6.09)

Extrem weird: Iva Nova aus Russland - hier die lesbische Sängerin und Gitarristin Inna mit Natalia und Katherina (v.l.) nach ihrem fulminanten Konzert am 25.6.09 im Bielefelder Falkendom. (Foto: TS | 25.6.09)

Iva Nova

Das perfekte Konzert:

 

Prädikat: extrem weird! Sechs junge russische Frauen namens Iva Nova aus St. Petersburg haben am 25.6.09 auf ihrer kleinen Tour durch Deutschland und zwei, drei benachbarte Länder den Bielefelder Falkendom gerockt. Fünf auf der Bühne und eine an der Technik. Dabei haben sie den perfekten Sound und ein perfektes Konzert geliefert geprägt von absoluter Spielfreude, Präzision, Professionalität, Ausdrucksstärke, das alles punktgenau und experimentell. Neben Gitarre, Bass, Schlagzeug mit einer spannenden Instrumentierung von Akkordeon (Natalia, links) über Synthesizer bis zu Glocken, Waschbrett, Maultrommel und Plastiktüten. Extreme Girl Folk nennen sie es selbst. Mit lesbischer Besetzung: die charismatische Sängerin und Gitarristin Inna (rechts). Die Stimmung der gut 50 Gäste war extrem ausgelassen. Wer nicht da war, hat das Konzerthighlight des Monats verpasst. So viel Frauenpower hat Bielefeld noch nicht gesehen. (Foto: TS | 25.6.09)

Tina von Garrel

Singing L Word:

 

Die Singer/Songwriterin Tina von Garrel aus Osnabrück spielte am frühen Sonntagabend, 26.7.09, im Zum Grünen Walde und damit zum ersten Mal in Bielefeld. Viele lesbische Gäste und Freundinnen und alle anderen auf der Terrasse hörten an dem lauen Sommerabend gut 1,5 Stunden eigene Songs der Musikerin sowie Coversongs von Melissa Etheridge und Janis Joplin bis Dire Straits‘ „Juliette“ in einer Akustikversion der Indigo Girls. Selbst nach eigenen Aussagen zuletzt gerade mal bis nach Norderney gekommen, handeln ihre Songs von Liebe und ihrem gerade gefeierten 10-jährigen Abitur, aber auch von Amerikareisen und amerikanischen Serien, darunter die Serie „L Word“. Tina von Garrel singt eine, man kann fast schon sagen, Hasstirade auf den Charakter Jenny Schecter. Herrlich! Auch wenn sie noch niemals dort war, mit ihrem blau karierten Holzfällerhemd, ihrer Akustikwesterngitarre, ihrer sonoren Stimme und ihren von Country und Folkrock geprägten Songs würde sie in den Staaten sicherlich einige Fans finden. In Bielefeld hat sie auf jeden Fall nun ein paar mehr. (Foto: TS | 26.7.09)

Aus fürs Magnus:

 

Am 23.8.09 wird das „Magnus“ in der August-Bebel-Str. 126 geschlossen. Nach über 16 Jahren ist damit Bielefelds einziges Café/Kneipe/Restaurant für Schwule und Lesben Geschichte. „Wir haben ziemlich schnell nach der Eröffnung festgestellt, dass das Kneipengeschäft nicht so unser Ding ist und einen Käufer gesucht“, so einer der beiden Betreiber Michael Niemann vom Bielefelder Ratscafé Anfang August 2009 gegenüber weird. Niemann und sein Geschäftspartner hatten die traditionsreiche Kneipe für Lesben und Schwule nach mehreren Besitzerwechseln im Herbst letzten Jahres übernommen und komplett umgebaut. Das Magnus ist nun bereits verkauft. Nachfolger soll ein Restaurant werden. Die Crew des Magnus will Michael Niemann mit ins Ratscafé in die Bielefelder Altstadt nehmen, um hier künftig mit lesbisch-schwulem Personal stärker die Community anzusprechen. „Im Ratscafé kann man sich demnächst dann u. a. auch seine Zeitschriften wie die ‚Exit‘ etc. mitnehmen“, so Michael Niemann. Mehr zum Magnus und dessen Geschichte s. weird Archiv Ausgabe Nr. 13 November und Archiv Ausgabe Nr. 12 Oktober 2008. (Fotos: TS | 3.8.09)

Regenbogen-Rathaus:

 

Punkt 13 Uhr Ortszeit wurde am Samstag, den 15.8.09 am Alten Rathaus erstmals in der Geschichte des Bielefelder CSD die Regenbogenfahne gehisst. Von 13 bis 18 Uhr übernahmen die Lesben und Schwulen der Stadt symbolisch das Kommando. Oberbürgermeister Eberhard David (CDU) wird sich gewundert haben, hatte er doch die offizielle Flaggung vor dem Rathaus seitens der Stadt ebenso offiziell abgelehnt (mehr s. hier). Bündnis 90/Die Grünen hatten daraufhin die Initiative ergriffen. Sie mieteten am CSD-Samstag (15.8.) den Rathaus-Raum mit Balkon an, um so dem CSD-Orga-Team, dem Netzwerk lesbisch-schwuler Gruppen in Bielefeld, die Möglichkeit zu bieten, die Regenbogenflagge auf diesem Wege vor dem Rathaus zu hissen. Peter Struck, Leiter der AIDS-Hilfe Bielefeld und Netzwerkmitglied, winkte nach erfolgreicher Mission gemeinsam mit den Die Grünen-Fraktionsmitgliedern Klaus Rees und Inge Schulze stolz vom Balkon. Mehr Fotos und Berichte zum CSD Bielefeld 2009 s. Archiv-Ausgabe Nr. 22 August 2009 (Foto: TS | 15.8.09)

Nessi Tausendschön

Zwischen Anmut und Größenwahn:

 

In der ausverkauften Bielefelder Neuen Schmiede gastierte am Freitag, 28.8.09 die Musikkabarettistin Nessi Tausendschön. Gemeinsam mit ihrem komödiantisch begabten musikalischen Begleiter William Mackenzie an der Gitarre führte sie in ihrem Best Of-Programm „Perlen und Säue“ durch einen äußerst schrägen Abend. Ein Abend intelligenten Kabaretts mit singenden Sägen und klingenden Töpfen, mit wachrüttelnden Schlafliedern in Russisch und politischen Seitenhieben, mit Schutzengeln mit kleinen Fehlern und Wasserduschen für die ersten Reihen, mit nicht enden wollenden Lobreden auf sich selbst und ausdrucksstarkem Ausdruckstanz. Nessi Tausendschön will die Welt verbessern, sagt sie, und fängt mit dem Bielefelder Publikum an. Und das muss erst mal mächtig vor ihr strammstehen, Nessi verteilt immer wieder Häme und Beschimpfungen, unterbricht aufgelöst ihr Programm, um einer Frau aus dem Publikum nachzurennen, die mitten in der ersten Hälfte den Saal für einen Toilettengang verlässt, bevor das völlig begeisterte Publikum am Ende doch noch das verdiente Lob bekommt und die Künstlerin es mit dem ihr zugetragenen Spruch: „Gott schuf in seinem Zorn, erst Bielefeld, dann Paderborn“ schließlich gänzlich versöhnt. Der einzigartigen Nessi gelang tausendfach und tausendschön, was sie mit ihrer kabarettistischen und musikalischen Kunst an diesem Abend erreichen wollte, nämlich „ein bisschen Freude in die verschrumpelten Bielefelder Herzen“ zu bringen. (Foto: TS | 28.8.09) weird-Interview mit Nessi Tausendschön s. Archiv-Ausgabe Nr. 22 August 2009

The Hooters

Alive … And Kicking:

 

Am Freitag, 4.9.09 gastierten die Hooters aus Philadelphia im kleinen nahe gelegenen Rietberg bei einem Open Air Konzert in der Volksbank Arena im Gartenschaupark. Über zwei Stunden spielten die fünf Musiker mit alten Hits von „All You Zombies“ bis „Private Emotion“ und brandneuen, unveröffentlichten Songs wie „Highway Bound“ die gut 2000 Zuschauer bei Vollmond, sternklarem Himmel und Herbstkälte so richtig warm. Frisch und lebendig und … kicking! Voraussichtlich im nächsten Jahr soll es wieder ein neues Album der Hooters geben mit dazugehöriger Tour.

 

John Lilley (Foto), Gitarrist der Hooters, hat bereits sein neues Album vorliegen. Der offen schwule Musiker hat irgendwann, so sagt er, den „schlafenden Cowboy“ in sich und seine Liebe zum Countrysound entdeckt und veröffentlich jetzt sein Soloalbum „Lucky Kinda Guy“ (www.johnlilley.com). John Lilley erweist sich dabei als ein feinfühliger, emotionaler, ehrlicher Singer/Songwriter und Gitarrist. Auf zwei der Stücke, vom Uptempo-Song bis zur Ballade, sind u. a. übrigens auch die Hooters-Frontmänner Eric Bazilian an der Mundharmonika und Rob Hyman am E-Piano zu hören. Lilley freute sich nach der Show in Rietberg ganz besonders über das Interesse der weird-Redaktion und zeigte sich überaus offen- und warmherzig. Er fühle sich sehr mit der lesbisch-schwulen Community in Deutschland verbunden, so Lilley. Während die Hooters von den 80ern bis heute eher ein heterosexuelles Publikum anziehen, freut sich Lilley über seine schwulen und lesbischen Fans allen Ortes. (Foto: TS | 4.9.09)

 

Frauencafé Anaconda & Cecilia Herrero Laffin

Kunst statt Werbung

 

„Wir hatten irgendwann keinen Bock mehr auf die sexistischen, rassistischen Werbeposter, denen man tagtäglich an der Uni-Stadtbahn-Haltestelle ausgesetzt war“, sagt So-Rim Jung (26) vom Frauencafé Anaconda der Uni Bielefeld ganz direkt. Statt weg- oder zuzusehen, handelten die Frauen vom Anaconda, und das wurde jetzt belohnt. Am 1. September 2009 wurde offiziell und feierlich ein dauerhaftes Wandgemälde anstelle der Werbetafel enthüllt. Thema des Kunstwerkes: „Frauen. Frauen an der Universität Bielefeld, Frauen, die hier unsichtbare Arbeit leisten, sowie der Kontrast von Frauen in der großen Gruppe von Frauen“, erklärt So-Rim. Die Idee der jungen Studentinnen, die Werbeplakatwand neu zu gestalten, hatte vor einigen Monaten so weite Kreise gezogen, dass sie zahlreiche Interessenten vom AStA über die Uni bis zu moBiel mit ins Boot holen konnten. Die international tätige Künstlerin Cecilia Herrero Laffin, die in Bielefeld auch schon für das Welthaus und das IBZ Wandbilder entwarf, gestaltete schließlich nach einem gemeinsam mit dem Anaconda entwickelten Konzept ein Wandkunstwerk, bestehend aus einer vierteiligen Fotocollage und einer zentralen Malerei. Wenn jetzt im Oktober das Semester beginnt, lohnt es sich also die Augen offen zu halten und mal genauer hinzusehen! (Foto: TS | 9/09) Mehr zum Semesterstart im Frauencafé Anaconda s. Archiv-Ausgabe Nr. 24 Oktober 2009

(Foto: TS)

 

Neulich in Berlin:

 

Männerklospiegel in der Kreuzberger Szenebar Möbel-Olfe am Kottbusser Tor mit dem Spruch „Lesbenfront - Männer aufs Maul!“ (Foto: TS | 3.10.09)

Auf Wiedersehen, Heidi!

Heidi hat fertig

 

Nach knapp drei Jahren verabschiedete sich Heidi (Foto) als Besitzerin von Bielefelds erster und einziger Frauendisco, dem Underground. Am 14.11.09 feierte sie mit Freund_innen und Gästen im Underground ihren letzten Abend. Neue Besitzerin ist ab sofort Coraly. Und die kennt das Underground bestens aus der Sicht als DJ und als Barkeeperin. In den nächsten vier Wochen soll das Underground erst mal ein wenig renoviert werden und bleibt daher geschlossen. Am 23.12.09 ist dann die große Wiedereröffnung. Mehr dazu in der kommenden Ausgabe Nr. 26 Dezember 2009 (Foto: TS | 14.11.09)

Bielefeld hat seine Tage

Die lesbischen Kulturtage: Tag 2

 

Am Donnerstag, 26.11.09 war die die Autorin Mirjam Müntefering (Foto) Gast des zweiten Tages der ersten lesbischen Kulturtage in Bielefeld „Bielefeld hat seine Tage“. Sie las in anderthalb Stunden aus ihren beiden letzten Büchern, ihrem Wissenschaftsthriller „Liebesgaben“ und ihrer Autobiographie „Tochter und viel mehr“. Bereits in der Pause stürmten rund 50 Besucher_innen ihren Büchertisch und ließen sich ihre Exemplare signieren. Alles in allem ein kurzweiliger, humorvoller, runder Abend, mit einer sympathischen, offenen Mirjam Müntefering, die sich wie kaum eine andere prominente lesbische Frau für die Sichtbarkeit und Akzeptanz von Lesben in Deutschland, vor allem in der deutschen Medienlandschaft einsetzt. Deswegen, so erzählte sie an diesem Abend, nutze sie auch ganz bewusst Formate wie „Bild am Sonntag“ oder „Das aktuelle Promi-Dinner“ (Ausstrahlung: Januar 2010 tba). Ihr neuester Coup: „Let‘s Dance“, die Tanzshow für Prominente - dort möchte sie, erstmals für diese Show, allerdings mit einer Frau als Tanzpartnerin an ihrer Seite auftreten. Bis April 2010 will sie die Macher überzeugt haben. Schriftstellerisch, verriet die Künstlerin auf Fragen aus dem Publikum, arbeite sie zurzeit an ihrem neuen Roman „Taktgefühle“. Darin drehe sich alles um einen lesbischen Singletanzkurs. Der Roman soll bereits nächstes Jahr veröffentlicht werden. Der Roman soll bereits nächstes Jahr veröffentlicht werden. (Foto: TS | 26.11.09) www.bielefeld-hat-seine-tage.de

Bielefeld hat seine Tage

Die lesbischen Kulturtage: Tag 1

 

Am Mittwoch, 25.11.09, begannen Bielefelds ersten lesbischen Kulturtage. Kabarettistin Petra Förster (Foto) führte über 100 gutgelaunte lesbische wie heterosexuelle Gäste im Bielefelder Zweischlingen durch den Wahnsinn lesbischen Singledaseins. Die in einen Stern verliebte rosa Hasendame und eine alte Lehrerin für angewandte lesbische Mathematik waren nur zwei Höhepunkte ihres Programms „Venusfeuer“. Försters Bühnenfigur Sabine schien an diesem Abend allerdings der einzige Single zu sein. Zur Überprüfung verteilte Petra Förster gleich zu Beginn ihres Programms rote und grüne Leuchtreifen im Publikum - grün für frei, rot für besetzt. Es leuchtete den ganzen Abend in den Reihen fast ausschließlich rot ... (Foto: TS | 25.11.09) www.bielefeld-hat-seine-tage.de

 

Update 2012: Förster hat sich als trans* geoutet. Er hat unter seinem Namen Steven Förster 2013, 2014 weiter Kabarett gemacht und lebt in München.

 

 

 

 

                                                         Das Stadtmagazin für lesbische Frauen in Bielefeld

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Großes Kino

Mirja Boes in Bielefeld

 

Es war, man möchte fast sagen, ein unvergesslicher Abend. Am 24.11.07 gastierte Comedian Mirja Boes in Bielefeld. Und das mit 220 Gästen restlos ausverkaufte Zweischlingen war hin und weg. Auf der kleinen Bühne war Mirja Boes, die man sonst nur aus dem Fernsehen („Die dreisten Drei“, „Angie“ etc.) kennt, an diesem Abend ganz nah am Publikum. Und das machte beiden Seiten sichtlich Spaß. Gewohnt frech und noch ein bisschen natürlicher als bei ihren Fernsehauftritten plauderte sie munter vor allem aus Pubertätszeiten, sang Menstruationsdemonstrationslieder und spielte dazu auf ihrer coolen rosafarbenen Hello Kitty-E-Gitarre oder am Keyboard. Beim Musik machen könne man sich so richtig abreagieren, so Boes in ihrem mehr als zweistündigen Stand-up-Programm „Morgen mach ich Schluss! Wahrscheinlich ...“ So gut könne sie das sonst nur beim Auto fahren, erklärte sie: „Beim Auto fahren kommt meine männliche Seite durch. Wenn ich ins Auto steige, gebe ich meine Brüste ab.“ Die freundliche Option nach der Show, sich vor dem „weird-Mikrofon“ outen zu dürfen, lehnte eine überaus sympathische Mirja Boes jedoch ebenso freundlich ab: „Damit kann ich leider nicht dienen“, sagte sie und lachte und bewies, dass sie nicht nur Spaß macht, sondern auch Spaß versteht. (Text + Foto: Christine Stonat, 24.11.2007) Siehe auch Archiv Ausgabe Nr. 2 Dezember 2007 „Mitte“

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Monika Hauser & Chantal Louis

Engagiert:

 

Sie setzt sich für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten weltweit ein, Monika Hauser (Foto oben rechts), Gründerin des Vereins medica mondiale und Trägerin des Alternativen Nobelpreises 2008. Am 15.9.09 war sie im Alten Bielefelder Rathaus zu Gast. Dort las sie gemeinsam mit Journalistin Chantal Louis aus dem Buch „Nicht aufhören anzufangen. Eine Ärztin im Einsatz für kriegstraumatisierte Frauen“ (2008). Die beiden Frauen gastierten auf Einladung des Bielefelder Vereins Wildwasser , Anlauf- und Beratungsstelle für Frauen, die in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erlebt haben, und der Gleichstellungsstelle der Stadt. Die offen lesbische und seit vielen Jahren in der Community aktive Journalistin Chantal Louis (Foto links, u. a. EMMA, Bürgerfunkradio Homolaber Dortmund) zeichnet in dem biographischen Buch ein sensibles Portrait der Gynäkologin Monika Hauser und ihrer seit 1993 unermüdlichen Arbeit für Frauen mit sexualisierter Kriegsgewalterfahrung. „Es sollte nicht reißerisch, nicht voyeuristisch und trotzdem plastisch und gleichzeitig ermutigend sein und eine positive Botschaft vermitteln“, so Louis vorab bei der Pressekonferenz, der übrigens nur weibliche Journalistinnen beiwohnten. „So kennen wir das“, schmunzelt Monika Hauser. Trotz auch heute noch wenig Lobby, macht Hauser immer weiter. Wo ihre Kolleg_innen und die Politiker_innen weltweit aus Angst wegschauen und nicht bereit sind zu handeln, kämpft sie von Bosnien bis Afghanistan für die Rechte der im Krieg vergewaltigten Frauen. „Auf dem Papier gibt es alles, was wir brauchen“, erklärt Hauser, doch die Regierungen von Deutschland bis Kongo handelten einfach nicht.

 

Schon in den Anfängen ihrer Ärztezeit im Krankenhaus habe sie das gestört. Sie war es, der ältere Frauen ihre persönliche Vergewaltigungsgeschichte aus dem 2. Weltkrieg erzählten. „Man muss nur Zeit haben und man muss empathisch sein“, so Hauser. Zuhören statt Schlafmittel. Frauen über 60 mit sexualisierter Gewalterfahrung aus der Kriegszeit, ein Thema, was lange tabuisiert und vernachlässigt wurde und das nun auch der Verein Wildwasser in den letzten Jahren verstärkt angeht. Dieser Brückenschlag, war den Veranstalterinnen und Gästen bei dieser abendlichen Veranstaltung besonders wichtig. Eine, die diesen Brückenschlag mit stützt, ist Martina Böhmer (Foto unten rechts). Die Altenpflegerin, selbst Fachbuchautorin, ist bei Wildwasser für den Bereich „Viva 60 +“ zuständig und spielt mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen auf dem Gebiet auch in dem Buch über Monika Hauser eine Rolle. Das Buch „Nicht aufhören anzufangen“ entstand zum 15-jährigen Bestehen von medica mondiale und zunächst auf Initiative eines großen Verlages, dem das Thema jedoch schließlich nicht „Mainstream“ genug war, so Louis, so dass er kurzfristig absprang. Louis hatte durch ein WDR-Portrait zum 10-jährigen Bestehen von medica mondiale bereits Kontakt zu der Kölner Hilfsorganisation und zu Monika Hauser und war gefragt worden, ob sie das Buch schreiben wolle. Und sie sagte ja. Für die Veröffentlichung konnten die Frauen schließlich den kleinen engagierten Schweizer Verlag Rüffer & Rub gewinnen, der dem wichtigen Thema entsprechend ein „schönes, starkes Buch“ daraus machen wollte. Was allen Beteiligten gelungen ist. (Fotos: TS | 15.9.09)