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weirda                            Satire

 

Achtung schräg!

 

 

 

 

 

Football‘s Coming Homo

 

Wer im Juni und Juli 2014 mal wieder nicht sportlich ist, könnte Probleme bekommen. Es ist Fußball-WM. Fußball-Weltmeisterschafts-Endrunde 2014 der Männer. Vom 12.6. bis 13.7.14 in Brasilien. Selbst Menschen, die die restlichen 4 Jahre so wenig mit Fußball verbindet, dass sie nicht einmal wissen, dass man Fußball heute immer noch mit ß schreibt, werden in diesen Tagen passivsportlich aktiv und stürzen sich mitten ins Getümmel, wenn sich allerorts auf der ganzen Welt Millionen Menschen zum so genannten Public Viewing vor Riesenbildschirmen und bebeamten Größtleinwänden versammeln. Public Viewing heißt dabei soviel wie Sehen und Gesehen werden. Fragt sich nur wen oder was und warum? Endlich mal Deutschland sein? Endlich mal Flagge zeigen? Oder werden nach empowernden wie hochnotdiskriminierenden Endlosdiskussionen über Thomas Hitzlsperger und Eurovision Song Contest Gewinnerin Conchita Wurst Millionen Public Viewer bei der WM dann endlich erleben wie sich der erste männliche aktive Profifußballer der Welt öffentlich als schwul outet? Dann würden alle die beliebte Hymne singen: „Football‘s coming homo“. Und alle so: „It‘s coming homo, it‘s coming homo, it‘s coming, football‘s coming homo.“

 

Das Lied würde auf allen CSDs und Prides der Welt gesungen. Die werden bekanntlich ebenfalls (überwiegend) im Juni und Juli des Jahres traditionell gefeiert, erfreuen sich aber nicht überall auf der Welt ganz so große Begeisterung wie der Männer-Weltmeisterschaft-Fußball. Aber, was wäre wenn doch? Was wäre, wenn der Christopher Street Day und der Pride all über all auf der ganzen Welt so beliebt wäre wie männlicher Nationalmannschaftfußball?

Alle hätten in der CSD-Zeit Regenbogen- statt Deutschland-, Türkei, oder Brasilienfahnen an ihre Autos geklemmt. Allerorts an den Häusern hängen Regenbogenfahnen aus den Fenstern. Alle Geschäfte verkaufen Wochen lang Regenbogenartikel aller Art. Busse und Bahnen sind geflaggt. Im Fernsehen gibt es Wochen lang Liveübertragungen von CSDs und Prides, zu denen man sich zu Hunderttausenden zum Public Viewing trifft. Den Lesben, Schwulen, Bis und Trans* auf den Paradewagen jubelt man frenetisch zu und ruft „Ich will ein Kind von dir!“ Im Anschluss drängt man in Autokorsos wild hupend in die Innenstädte, um dort mit Menschen verschiedenster sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität ausgelassen zu feiern. Auf kilometerlangen Fanmeilen tragen alle kleine Regenbogenfahnen mit einem Regenbogenschminkstift ins Gesicht gemalt und Regenbogenhüte auf ihren Regenbogenirokesenperücken, tragen Regenbogentrikots. Dazu schwenken sie einem Fahnenmeer gleich Regenbogenschals und Regenbogenfahnen in allen Größen und grölen: „Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Lila, wir steh‘n auf eurer Seite. Und wir hol‘n den Sieg mit euch, und wir hol‘n den Sieg mit euch. Jetzt geht‘s los!“ Ja, das Leben von LGBTIQ ist bunt und kann auch das Leben anderer bunter machen. Wir haben das Zeug zum Star. Und alle so: „69, 90, 94, 2001*, ja so stimmen wir alle ein, mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft als Mensch, werden wir gleichberechtigt sein.“

 

*69 (Stonewall), 90 (WHO streicht Homosexualität aus Diagnoseschlüssel), 94 (Abschaffung des § 175), 2001 (Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft)

 

Hauptsache, es gibt was zu feiern, ein Autocorso zieht durch die Stadt, oder jemand schmeißt Strüsscher und Kamelle. In Köln (Parade: 6.7.14) hält es der CSD in diesem Jahr ja da besonders jeck mit dem Motto „Wir sind (nur) der rosa Karneval“. Apropos, „Football‘s coming homo“ wäre ja begleitend zur Fußball-WM der Männer 2014 in Brasilien auch ein schönes Pride-Motto gewesen.

 

 

(TS)

Ausgabe Nr. 80

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