weirda                                     Satire!?

 

 

 

 

 

 

It‘s The End Of The Year*

 

*World

 

 

2017 war ein toughes Jahr. Viele Terrorakte, viel Krieg, viel Armut bei vielen Menschen, viel Reichtum bei wenig Menschen, viele Na zis und viele Rechte, die sich von Deutschland über Polen bis zu den U S A öffentlich auf die Straße trauten, Anschläge verübten, Menschen töteten, in Talkshows saßen, auf Buchmessen die Meinungsfreiheit verhöhnten, in Regierungen gewählt wurden. Kein wirksames demokratisches Mittel wurde bisher gefunden bzw. umgesetzt, um das zu verhindern. Als hätte jede_r ein Recht darauf Na zi zu sein. Sehenden Auges rennen wir in eine fasch istische Zeit. Trotz großem Widerstand, vor allem auch in den U S A, scheint nichts wirklich das aufhalten zu können. Dezember 2017: Jahresendzeitstimmung = Weltendzeitstimmung. It‘s the end of the world as we know it. Und so fein fühlt sich das gar nicht mal an.

 

Und als wenn das nicht genug wäre, treibt es in der Zeit der Angst, Hilflosigkeit und des Widerstandes Menschen statt zusammen immer weiter auseinander. Oder gerade deswegen!? So auch Feminist_innen und LGBTIAQ Menschen. Nicht das beide Gruppierungen je eine homogene Gruppe gewesen wären, doch die Kluft scheint in diesen Tagen immer größer und unüberbrückbarer zu werden. Anstoß bietet mehr denn je das Queer sein und Queer-feministisch sein. Die Abkürzung LGBT(IAQ). Es werden Bisexuelle, trans* und Queers von allen Seiten gebasht. Es ist von Unsichtbarmachung von Lesben die Rede. Von einer aussterbenden Identität. Von einem schwammigen queer, das alles mal eben vereinnahmt und gleich machen will und von einem trans Boom. (Nur mal nebenbei: Kein Mensch stirbt hier aus!!! Außer wir machen so weiter. Dann werden die Fasch isten uns alle holen und dann ist es egal, welche sexuelle Identität und Orientierung du hast, wenn es nicht cis dya heterosexuell ist.) Wieder andere oder genau dieselben reden von Sta si-Methoden. Reden von Gen der-Mafia. Von Femina zis. Alles Begriffe, die Linke, Neoliberale wie Rechte gleichsam für feministische wie queere Menschen und Aktivist_innen bereithalten. Wie immer trifft es vor allem Frauen, Lesben, trans*, inter*, Non-Binarys. Menschen und Aktivist_innen, die gegen patriarchale heteronormative binäre Machtstrukturen und Fasch ismus kämpfen und nichts weiter als das gute Leben für alle wollen, und sich dabei für Marginalisierte, Nicht-Privilegierte einsetzen und auf machtstrukturelle Zusammenhänge zwischen Marginalisierungsmerkmalen aufmerksam machen. Was daran kann falsch sein?! Und warum diskriminieren, verurteilen, schuldzuweisen Marginalisierte andere Marginalisierte? Wie privilegiert und angepasst muss ein Mensch selbst sein, um andere Marginalisierte in ihrem Kampf anzugreifen?! Es geht nicht darum, immer einer Meinung zu sein, aber öffentlich und medienwirksam - in Büchern, bei Lesungen, in Interviews - Schuldige vorzuführen, outzucallen und zu diskriminieren, ist keine Meinung. All diese Worte von genau denselben Menschen, die mit ‚wir brauchen Akzeptanz und mehr Liebe statt Hass‘ argumentieren. Und sie merken nicht wie die Inakzeptanz und der Hass nun von ihnen selbst kommt. Nur sie nennen es nicht so. Und merken es auch manchmal gar nicht. Sie fühlen sich selbst angegriffen. Ihrer Privilegien, die sie nicht sehen, beraubt. Und wenn Betroffene das blöd finden, sich wehren, Kontakte einstellen, dann heißt es, sie seien es, die hassen und inakzeptabel handeln würden. Sie werden Sta si, Femina zis, Gen der-Mafia genannt. All dieselben schlimmen Worte. Immer. Und immer wieder. Von Links wie von der Mitte wie von Rechts. Und es sind immer dieselben patriarchalen normativen binären Macht-Mechanismen, die wirken. Warum tun wir uns das gegenseitig an? Wir sind ratlos. Frohe Weihnachten. Love. Peace.

 

(TS)

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Ausgabe Nr. 122

Dezember 2017