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Ausgabe Nr. 94

August 2015

Lesbisch sein in …

 

 

 

 

 

 

 

 

Interview

 

Carmen Förster

SchLAu & Lesbenstammtisch Paderborn

 

 

 

 

 

 

 

weird: SchLAu Paderborn gibt es seit 2013. Wann und wie kamst du zu SchLAu Paderborn?

 

Carmen Förster: Ich bin seit der Gründung von SchLAu Paderborn dabei. Das Konzept von SchLAu wurde von einem SchLAu-Teamer aus Bielefeld hier in Paderborn vorgestellt. Konzept und Gedanke von SchLAu haben mich sofort begeistert.

 

 

weird: Was ist deine Aufgabe bei SchLAu?

 

Carmen Förster: Wie alle andere Teamer versuche ich an jedem Team-Treffen teilzunehmen.Aktuell geht es bei SchLAu Paderborn darum, bekannter zu werden, neue Teamer_innen zu finden und unsere Workshops an die Schulen und Bildungseinrichtungen zu bringen.

 

 

weird: Wie groß ist euer Team?

 

Carmen Förster: Der „feste“ Kern besteht aus  6-8 Teamer_innen

 

 

weird: Wie viele Klassen (im gesamten Kreis Paderborn?) besucht ihr im Schnitt pro Jahr?

 

Carmen Förster: Wir befinden uns noch in der Akquise der Schulen. Die Anzahl der Klassen wird also von den Anfragen und der Bereitschaft der Schulen abhängen.

 

 

weird: In den letzten zwei, drei Jahren sind LGBTI-feindliche Stimmen immer lauter geworden, wird gegen Bildungspläne zu LGBTI-Aufklärung demonstriert. Spürt ihr das bei eurer Arbeit in den Schulen?

 

Carmen Förster: Da wir uns noch im Aufbau befinden können wir das nicht beurteilen.

Es ist uns aber durchaus bewusst, dass die Aufbauarbeit in unserem „schwarzen“ Paderborn intensiver Aufklärung bedarf.

 

 

weird: Paderborn gilt als konservativ und streng katholisch. Wie erlebst du deine LGBT-Arbeit in Paderborn?

 

Carmen Förster: Ich denke, wir müssen in der LGBTIQ-Arbeit ähnlich viel erklären, wie in anderen Städten auch. Der konservative und katholische Hintergrund macht es allerdings bei kirchlichen Trägern und Arbeitgebern schwieriger. Auch die politische Haltung ist hier eindeutig schwarz.

 

 

weird: Kommst du aus Paderborn?

 

Carmen Förster: Ja, ich bin gebürtige Paderbornerin. Und stolz drauf!

 

 

weird: Wann und warum hast du dich entschieden aktivistisch zu arbeiten und warum in Paderborn und nicht ggf. in Bielefeld im SchLAu-Team z. B.?

 

Carmen Förster: Ursprünglich begann meine Tätigkeit in der Community mit meiner Aufgabe als 2. Vorsitzende bei unserem Sportverein Queer-Sports e.V. vor gut 7 Jahren. Wichtig war, und ist es mir bis heute, die Communtiy in Paderborn zu aktivieren. Alle haben immer gesagt in PB gibt es nichts, in PB passiert nichts, aber nur durch Reden passiert auch nichts.

 

 

weird: Du bist u. a. auch Initiatorin eines Lesbenstammtisches in Paderborn. Wann und wie kam es zu der Idee?

 

Carmen Förster: Den Lesbenstammtisch (aktuell im Kump) gibt es schon sehr lange. Ich war das erste Mal 2008 dort, um zu schauen, welche Frauen dort so hingehen und um Werbung für den Sportverein zu machen. Ich denke die Entstehungsidee war es, einen regelmäßigen Treffpunkt für Frauen mit den gleichen Interessen zu schaffen, so dass sie sich ohne Angst vor Vorurteilen austauschen und natürlich sie selbst sein können.

 

 

weird: Wie viele seid ihr heute und was sind eure Themen?

 

Carmen Förster: Aktuell treffen sich zwischen 8-10 Frauen. Wir quatschen über Privates, aktuelle Themen und die Aktionen in der Community.

 

 

weird: Definierst du dich selbst als lesbisch und wann hattest du dein (erstes, „öffentliches“) Coming-out?

 

Carmen Förster: Ja, ich definiere mich als lesbisch. Bei meiner Family hab ich mich 2008 geoutet, 1 Woche später bin ich mit meiner jetzigen Frau Händchen haltend über das Dorffest in Elsen gegangen. Das Dorffest ist DAS Ereignis in Elsen. Dabei geht es ums Sehen und Gesehen werden. Seitdem bin ich offen geoutet und zeige die Liebe zu meiner Frau jeden Tag in der Öffentlichkeit.

 

 

weird: LGBTI-Gruppen in Paderborn sind mittlerweile unter queerPB.de vernetzt. Wie entstand der Vernetzungsgedanke? Welche Vorteile ergeben sich bisher daraus?

 

Carmen Förster: Der Gedanke entstand durch einen zugezogenen, motivierten Herrn, der den Paderbornern in Sachen Community unter die Arme greifen wollte.

Die Vernetzung hat jede Menge Vorteile: Man kann auf der Homepage queerpb.de alle Gruppen auf einen Blick finden, wichtig für „Neue“ Paderborner_innen, aber auch für die „Alteingesessenen“. Termine werden leichter publik gemacht und Aktionen werden besser beworben. Mittlerweile gibt es zu fast jedem Thema eine Gruppe in Paderborn, so dass wir bei ca. 20 Gruppen angekommen sind – und das, wo doch alle immer behaupten, in Paderborn sei nichts LGBTI – mäßiges los.

 

 

weird: Im Juni 2015 gab es in Paderborn den ersten CSD. Wie war’s?

 

Carmen Förster: Es war bereits der 2. CSD in Paderborn. Der 1. fand hier vor mehr als 20 Jahren statt. Der PaderPride 2015 war allerdings der 1.seiner Art. An der Planung und der Organisation des PaderPride waren viele der Paderborner Gruppen beteiligt. Anders als bei den klassischen CSDs handelte es sich um Infostände, die aber allen Erwartungen zum Trotz sehr gut besucht waren. Auf diese Weise konnten sich die verschiedenen queeren Gruppen präsentieren und Passanten informieren. Das ganze wurde durch das „klassische“ Handtaschentorwandwerfen abgerundet.

Nächstes Jahr ist eine Ausweitung des PaderPride geplant, mit mehr Aktionen und evtl. einem kleinen Umzug.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Interview: Christine Stonat (7/2015)

Foto: privat

Die Paderbornerin Carmen Förster (30) ist offen lesbisch und engagiert sich seit 2013 im Team SchLAu Paderborn für LGBTI-Aufklärung an Schulen. Außerdem ist sie Ansprechpartnerin des Lesbenstammtisches Paderborn, der sich jeden 3. Dienstag im Kump trifft.

 

Online:

www.schlau-paderborn.de

www.queerpb.de

Interview-Steckbrief

- in eigenen Worten -

 

 

Name: Carmen Förster

Alter: 30

Beruf: Physiotherapeutin

Wohnort: Paderborn

 

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