Greta Garbo

im alten Hollywood

 

 

Interview mit

 

Jill Bennett

 

 

 

 

weird: Kannst du uns etwas über deinen aktuellen Film „And Then Came Lola“, ein lesbisches Remake des deutschen Erfolgsfilms „Lola rennt“, erzählen?

 

Jill Bennett: Ja, im Moment bin ich in der romantischen Komödie „And Then Came Lola” zu sehen. Er wird gerade auf den Filmfestivals vorgestellt. Ich spiele die lange leidende Freundin der Protagonistin Lola. Auf www.andthencamelola.com kann man sehen, wo der Film demnächst läuft.

 

 

weird: In welcher Rolle fühlst du dich als Schauspielerin am wohlsten?

 

Jill Bennett: Ich ziehe es vor Komödien zu spielen. Ich habe gemerkt, dass ich typischerweise immer nach dem Lustigen in meinen Rollen suche, auch, wenn es gar nicht drin steht!

 

 

weird: Was wäre die Rolle deines Lebens?

 

Jill Bennett: Greta Garbo zu spielen in einem Film über das alte Hollywood.

 

 

weird: Du bist offen lesbisch und spielst viele lesbische Rollen. Jede Schauspielerin, jeder Schauspieler hat ja im Grunde Angst davor aus welchen Gründen auch immer in eine Schublade gesteckt zu werden. Was denkst du?

 

Jill Bennett: Ich würde niemals urteilen wollen darüber, ob etwas richtig für andere ist oder nicht … Es ist ein Risiko offen lesbisch zu sein, und es hat den Rahmen von Rollen, für die man mich vorsieht, eingeschränkt. Ich habe die Wahl getroffen offen zu leben, weil ich ein Teil davon sein wollte, Unterhaltung für unsere Community zu machen.

 

 

weird: Du sagst auch, dass du, weil du offen lesbisch bist, wohl niemals die Chance auf einen Mainstreamerfolg haben wirst oder eine ausgesuchte Rolle. Wir haben 2010, und es scheint, als hätte sich nicht wirklich etwas verändert. Gibt es positive Entwicklungen im Film- und Fernsehgeschäft Homosexualität betreffend, die du erkennen kannst?

 

Jill Bennett: Ich würde sagen, dass das Internet uns unbegrenzte Möglichkeiten gegeben hat. Wir müssen nicht mehr länger darauf warten, dass die Mainstreammaschinerie aufholt (obwohl sie besser werden), und können unsere eigenen Storys kreieren.

 

 

weird: Es gibt immer wieder große Leinwandfilme und auch TV-Serien mit lesbischen Nebencharakteren. Denkst du, es ist ein wichtiger Schritt, um die breite Öffentlichkeit mit Homosexualität vertraut zu machen oder denkst du, dass diese Versuche nicht authentisch genug sind?

 

Jill Bennett: Ich denke, es ist wichtig eine lesbische Repräsentation in allen Filmgenres zu haben, Low-Budget Actionfilme eingeschlossen! Ich denke, jede Art der Repräsentation in den Medien ist hilfreich … man muss nur Ellen DeGenres sehen, was sie geschafft hat, und die Einwirkung, die sie auf einem durchschnittlichen, mittleren amerikanischen Haushalt hat. Wenn selbst auch nur kleine Rollen unser Leben normalisieren helfen, dann ist es wichtig.

 

 

weird: Du hast auch gesagt, dass du sehr stolz auf das späte Coming-out der Schauspielerin Meredith Baxter bist (s. auch diese Ausgabe Nr. 27 Januar 2010 „Mosaik“ Anm. d. Red.) Es geht natürlich immer um Sichtbarkeit. Besser spät als nie!? Oder, wenn es nach dir ginge, wärst du theoretisch dafür, dass sich alle homosexuellen Schauspieler_innen am besten gleichzeitig an einem Tag öffentlich outen würden ...

 

Jill Bennett: Ganz klar, besser spät als nie. Meredith Baxter hat ihr Coming-out mit Würde und Klasse vollzogen, und zwar als die Zeit für sie richtig war. Es wäre ideal, wenn jeder, der in Hollywood schwul oder lesbisch ist, sich outen würde, aber das wird einfach nicht passieren. Obwohl ich das Recht eines jeden auf Privatsphäre respektiere, bin ich enttäuscht, dass so viele sich dafür entscheiden, sich nicht zu outen, aus Angst, was es mit ihren Karrieren anstellen könnte. Das Leben ist einfach zu kurz, um eine Lüge zu leben.

 

 

weird: In den USA gab es in der letzten Zeit viele verschiedene Lesbenserien, aber alle waren ausschließlich Internetserien. Wo denkst du ist das Problem, warum Fernsehsender keine lesbischen Serien unterstützen wollen?

 

 

Jill Bennett: Ich denke, sie unterschätzen die Allgemeingültigkeit unserer Storys. Liebe ist Liebe, egal welche sexuelle Orientierung. Wir haben uns dem Internet zu gewandt, weil es uns die Macht verleiht, den Mittelsmann, meint die Fernsehstationen, auszulassen und unsere Geschichten direkt zum Publikum zu bringen. Das Publikum ist da! Das haben wir nach der ersten Staffel von „We Have To Stop Now“ gemerkt. Wir brauchten keinen Sender, der uns grünes Licht gibt, die Mädels fragten uns nach mehr Material. Es ist eine Independent-Serie mit privaten Investoren. Staffel 2 wird im späten Frühjahr auf www.wehavetostopnow.tv starten (s. auch Regelmäßige Termine Anm. d. Red.). Wir haben in der Staffel ziemlich tolle Gaststars, darunter Meredith Baxter, Erin Foley und Gloria Bigelow. Es wird eine wirklich tolle Staffel werden.

 

 

weird: Worum geht es in deinem aktuellen lesbischen Video Blog „The Gloves Are Off” auf der lesbischen Website www.shewired.com?

 

Jill Bennett: Es gibt zwei Dinge, die ich im vergangenen Jahr 2009 gelernt habe …

 

1. Cathy DeBuono und ich lieben es zusammen zu arbeiten.

 

2. Mir macht die Interaktion mit unserer Community wirklich großen Spaß.

 

„The Gloves Are Off“ ist eine wöchentliche unredigierte und unzensierte Livesendung, die sich mit zeitgemäßen Themen befasst. Wir nehmen Anrufe an und diskutieren Themen, die unser Publikum gerne diskutieren möchte. Wir erfahren die Meinung unseres Publikums live über Skype – sofortige Interaktion.

 

 

weird: Was ist dein persönlicher Wunsch für 2010?

 

Jill Bennett: Ich habe viele … für meine lesbischen und schwulen Schwestern und Brüder völlige Gleichstellung und Integration. Ich will, dass wir in unserer Community selbst gegenseitige Liebe und Unterstützung finden. Ich möchte weiterhin Projekte für die LGBT Communtiy machen. Ich würde mich freuen, wenn die Serie „We Have To Stop Now“ sich weiter verbreitet und hoffe, meine anderen Filmprojekte Endes des Jahres sehen zu können. Außerdem würde ich gerne meine Lady mit auf einen Europaurlaub im Herbst nehmen – wir waren beide bis jetzt noch nicht dort!

 

 

 

 

Interview: Christine Stonat (12/2009)

 

Sie gilt als eine der schönsten und beliebtesten Frauen, fragt man die Damen in den USA, und als eine der charmantesten und witzigsten dazu: die offen lesbische Schauspielerin Jill Bennett. Ihr Debut hatte sie 2000 in der Neuauflage der Kultserie „Beverly Hills 90210“, anschließend spielte sie in der Spielberg-Serie „The Others“. Heute ist die 34-jährige Amerikanerin bei uns vor allem aus dem lesbischen Film „Out At The Wedding“ bekannt. Ebenso kennt man ihre charmant, frische Art aus weiteren lesbischen Filmen wie „Air Force 2 (In Her Line Of Fire)“, „X‘s And O‘s“ oder ihrem neuesten Film, der gerade in den USA anläuft, „And Then Came Lola“, ein lesbisches Remake des deutschen Films „Lola rennt“. Außerdem ist Jill Bennett in den engagierten Lesben-Web-Comedyserien „3 Way“ und „We Have To Stop Now“ sowie in der schwul(-lesbischen) Fernsehserie „Dante‘s Cove“ zu sehen. Jill Bennett engagiert sich als Schauspielerin und Star ganz bewusst für die Community. Sichtbarkeit ist für sie alles auf dem Weg zur völligen Gleichstellung. Und Jill Bennett hat immer neue Ideen. So hatte sie auf DER US-Lesbenwebsite afterellen.com, die auch in Europa viele Fans hat, ihren ersten Video Blog mit der ebenfalls offen lesbischen Cathy DeBuono. Heute sind die beiden wöchentlich im interaktiven lesbischen Video Blog „The Gloves Are Off“ auf www.shewired.com zu sehen. Und überhaupt sieht man die beiden immer zusammen, in Filmen, in Webserien und auch so. Warum das so ist, warum sie ein Abo auf Komödien hat, wie das Internet der Community hilft, was sie sich für 2010 wünscht und mehr verriet Jill Bennett weird jetzt im Interview.

 

 

Jill Bennett online:

 

www.jillbennett.com

 

www.wehavetostopnow.tv

 

www.divertedfilms.com

 

 

 

Jill Bennett bei weird:

 

Archiv Ausgabe Nr. 4 Februar 2008

 

Regelmäßige Termine

 

 

„And Than Came Lola“, DVD (OmdtU), VÖ: März 2010

Ausgabe Nr. 27

Januar 2010

Seite 1

Vita

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Interview-Steckbrief

 

Name: Jill Bennett

Alter: 34

Beruf: Schauspielerin

Wohnort: Los Angeles

 

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Ausgabe Nr. 27

Januar 2010

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