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Vita

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Musikalisch gefordert

 

 

 

 

 

Interview mit

Steffi List

 

 

 

 

 

 

Interview: Christine Stonat (4/2020)

Foto: Foto Keetz

 

 

 

weird: Wie geht es dir gerade während des Lockdowns?

 

Steffi List: Mir geht es im Moment echt super. Ich genieße gerade die Zeit, mal keine Termine zu haben. Natürlich bin ich sehr gerne mit Freunden zusammen, aber das lässt sich mit Videotelefonie auch gut aushalten. Hauptsache wir können uns irgendwie untereinander austauschen.

 

 

 

weird: Wie hast du dich bei dir Zuhause dafür eingerichtet und wie verbringst du deinen Tag?

 

Steffi List: Ich habe in den letzten 3 Jahren mein Zuhause umgebaut und fühle mich da pudelwohl. Zudem habe ich das Glück, mich im Hof und im Garten aufhalten zu können. Meine Bürozeiten fallen ja trotz der Corona-Krise auch noch an, aber ich teile mir meinen Tag so ein, dass ich bis Mittag fertig bin im Büro und genieße danach draußen die Sonnenstrahlen.

 

 

 

weird: Seit April 2020 bist du jeden Sonntag um 19.30 Uhr online für ein kurzes Facebook-Konzert von ca. 20 Minuten. Fans genießen es dich - und auch andere Musiker_innen - auf diese Weise erleben zu können. Wie fühlen sich Online-Konzerte für dich an?

 

Steffi List: Ich muss gestehen, dass ich mich eigentlich vor Live-Stream-Konzerten drücken wollte … Ist nicht so mein Ding in mein Handy reinzusingen und mich dazu noch selbst zu sehen. :) Mir fehlt mein Publikum, dass ich sonst bei Live-Auftritten vor mir sehen kann und direkt mit ihnen kommunizieren kann. Vor meinen Auftritten, währenddessen und danach. Das geht zur Zeit nur schriftlich, wobei ich beim Lesen der Kommentare auf Facebook sehr oft schmunzeln musste und auch nachvollziehen kann, wie sehr meine Zuhörer/innen mein Kammerkonzert in ihren Wohnzimmern genießen.

 

 

 

weird: Als selbständige Musikerin lebst du natürlich von „offline“ Live-Auftritten. Finanziell, aber vermutlich auch emotional. Wie geht es dir damit, dass du auf längere, noch unbestimmte Zeit das nicht mehr ausüben wirst können?

 

Steffi List: Diese offline-Situation muss sich so bald wie möglich wieder ändern. Der Staat hat uns Künstlern eine Soforthilfe gewährt, mit der uns ca. 3 Monate das „Überleben“ gesichert wird. Das aber noch länger mit dieser offline-Situation zu rechnen ist, muss jeder für sich flexibel sein um finanziell nicht völligst abzurutschen. Vielleicht fahre ich demnächst Pizzen aus. ;-)

 

Natürlich hat die Gesundheit unser Bürger immer Vorrang. Kein Thema. Ich hoffe einfach, dass wir alle so vernünftig mit den Sicherheitsmaßnahmen umgehen, dass wir recht bald wieder beieinander im Biergarten, in den Gaststätten und auf sämtlichen Festlichkeiten sitzen und abfeiern können.

 

Ich selbst habe mich innerlich schon darauf eingestellt, erst wieder im Herbst mit kleinen Auftritte starten zu können. Bis dahin habe ich vor, mein Publikum jeden Sonntag für eine halbe Stunde online zu beschallen und für meine Fans weiterhin da zu sein. Sie bestimmen mittlerweile mein Musikprogramm mit, was mich sehr freut und mich ab und zu auch musikalisch fordert, den Wünschen so gut wie es unplugged geht, nachzukommen. ;-)

 

 

 

weird: Können Fans dich aktuell finanziell supporten?

 

Steffi List: Ich wurde von einigen Fans schon darauf „angesprochen“, ich solle doch bei meinen Online-Konzerten meinen Paypal-Link auf meine Facebook-Seite stellen. Wollte dies eigentlich vermeiden, aber andere Musikkollegen haben uns Musiker schon aufgefordert, für Online-Konzerte Geld zu verlangen. Ohne Corona-Krise wären unsere Konzerte ja auch nicht für umsonst … Ja, da ist was dran, und ich behalte dies im Hinterkopf.

 

 

 

weird: Supporten können Fans dich auf jeden Fall mit dem Kauf und Streamen deiner Musik. Du hast mit einer Remix-Version des Melissa Etheridge Klassikers „Like The Way I Do” seit Mitte April 2020 auch gerade eine neue Single veröffentlicht. Wie kam es zu dieser Produktion?

 

Steffi List: Ich stehe auf Musik der 80er!!! In den letzten Jahren wurden schon so viele Remixe von 80er-Songs veröffentlicht, aber kein „Like The Way I Do“. Zudem finde ich es toll, dass so ein Remix die guten Klassiker bei der jungen Generation wieder ins Gedächtnis bringt und zwar in dem Soundgewandt, das die Jugend gerade angenommen hat, im Deephouse-Sound genauso wie im Techno- oder R&B-Bereich. Ich hatte mir insgeheim schon lange eine Remix-Version von „Like The Way I Do“ gewünscht, aber so richtig angesprochen und in die Tat umgesetzt hat es mein Produzent Andy Meyer. Er produziert unter seinem Pseudonym Wooshman schon länger Dancetracks und so kam es zu dieser aktuellen Single.

 

 

 

weird: Der Song „Like The Way I Do“ gehört ja schon lange zu deinem Live-Repertoire. Wie war es sich dem Song musikalisch jetzt völlig neu zu nähern?

 

Steffi List: Bei den Studioarbeiten habe ich schnell bemerkt, dass sich mein Gesang etwas mehr in die Dance-Richtung bewegen muss, anders als bei Live-Auftritten mit meiner Band. Ich habe ein bisschen weniger gesanglichen Druck in die Strophen gelegt, aber beim letzten Refrain musste ich einfach ausbrechen! ;-)

 

 

 

weird: Gibt es andere Projekte, an den du gerade arbeitest? Alte, aber vielleicht auch neue, die sich durch die Pandemie und den Lockdown vielleicht erst so ergeben haben?

 

Steffi List: Ich habe glücklicherweise immer Projekte am Start, die erstmal gesammelt auf irgendwelchen Zetteln notiert sind. Im Moment habe ich die Zeit und vor allem die Muße, mich darum zu kümmern. Darunter sind neue Songs, die eventuell dieses Jahr noch veröffentlich werden, oder zum Teil auch Songideen, die erst noch zu Papier gebracht werden wollen.

 

 

 

weird: Du bist ein sehr positiver und optimistischer Mensch. Mit deinen Online-Konzerten und deiner Musik hilfst du anderen durch diese nicht einfache Zeit. Was hilft dir (außer deiner positiven Art) in diesen Tagen konkret?

 

Steffi List: Wichtig für mich ist aktuell meine Gesundheit, deshalb bewege ich mich täglich an der frischen Luft, gehe meinem TV-Junkie-Dasein nach und mache jeden Tag Musik. So geht‘s mir gut.

 

 

 

 

 

 

 

Interview: Christine Stonat (4/2020)

Foto: Foto Keetz

Steffi List ist weirds Lieblingskünstler_in seit der allerersten Ausgabe 2007. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, nachzufragen, wie es Steffi List im Lockdown daheim so geht. Seit April 2020 gibt auch sie regelmäßig Online-Konzerte auf ihrem Facebook-Account. Und zwar jeden Sonntag um 19.30 Uhr. Außerdem gibt es seit April 2020 eine neue Single mit ihr. Diesmal eine Wooshman Remix-Version des Melissa Etheridge Klassikers „Like The Way I Do“ - plus zusätzlicher Unplugged-Version gemeinsam mit ihren Bandkollegen von Cräcker. Der Kultsong der lesbischen US-Musikerin gehört schon lange zum Live-Repertoire der ebenfalls lesbischen deutschen Musikerin. Wie sie sich als Rockmusikerin dem elektronischen Remix musikalisch genähert hat und wie ihr Alltag daheim gerade aussieht, dass und mehr erzählte Steffi List weird im aktuellen E-Mail-Interview.

 

www.steffi-list.de

 

 

 

Steffi List live - Online-Konzerte

jeden Sonntag, 19.30 Uhr

www.facebook.com/STEFFILIST

 

 

Neue Singles

 

Wooshman feat. Steffi List

„Like The Way I Do“

(A.M. Productions)

Out: seit 15.4.20

 

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„Like The Way I Do“ (unplugged Version)

Cräcker feat. Steffi List

(A.M. Productions)

Out: seit 29.3.20

 

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Steffi List

„Einer für alle“ (Flashmob Mix)

(A.M. Productions)

Out: seit 16.4.20

 

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Ausgabe Nr. 146

Mai 2020

Fotomotiv: weird Schriftzug in rot auf schwarzem Hintergrund (Postkarte, die in pinkfarbenen Erikablüten steckt).weird Facebook Logo mit Linkweird YouTube Logo mit Linkweird Twitter Logo mit Link

A queer perspective on womxn in pop culture

Zu queeren Themen in dieser Rubrik mit dem YouTube-Logo findet ihr Videofeatures auf weirds YouTube-Kanal PLAYLIST „5/2020 Artefakt …“

weird-Interview-Steckbrief

 

Name: Steffi List

Alter: 44

Beruf: Musikerin

Wohnort: Schweinfurt

My weirdeste Quarantäne-Eigenschaft: jeden Tag ein Bierchen trinken

 

in eigenen Worten

 

 

Steffi List

Foto: Foto Keetz