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Electro_Offensive

 

 

 

 

 

 

Interview

 

Antenne Lila

 

 

 

 

 

 

weird: Seit eurem Debüt 2013 hat sich bei euch musikalisch einiges getan. Ihr habt auf eurem neuen zweiten Album „Mit offenem Visier“ das bis dahin eher akustische Soundgerüst gegen ein (überwiegend) elektronisches „getauscht“. Eigentlich ein komplett neuer Antenne Lila-Sound!? Ihr selbst nennt es LILA-ELECTRO-PUNK-POP-SOUND. Wie habt ihr zu diesem Sound gefunden?

 

Antenne Lila - Sabine: Wir haben gemerkt, dass besonders auf großen Bühnen die Songs mit den fetteren Beats richtig Spaß machen und ich hatte einfach auch Lust meine E-Gitarre wieder auszupacken. Die Produktion von elektronischer Musik, kombiniert mit Live-Instrumenten, ist für mich nicht neu; ich habe mich in verschiedenen Bandprojekten die letzten zehn Jahre damit beschäftigt.

 

Antenne Lila - Meike: Unser Sound ist nicht komplett „getauscht“. Es ist eher eine konsequente Weiterentwicklung von dem, was auf dem letzten Album mit ‚Don‘t Touch‘ begonnen hat.

 

 

weird: Ihr habt das Album in Eigenregie aufgenommen und produziert. Sabine, du bist Multiinstrumentalistin und Produzentin und hast mit Canis Music ein eigenes Studio. Wie arbeitet ihr an euren Songs (Ideen, Songwriting, Aufnehmen etc.)?

 

Sabine: Dadurch, dass wir im eigenen Studio arbeiten, haben wir natürlich den Luxus, uns Zeit lassen zu können. Die Songs reifen, werden überarbeitet und klingen dann am Ende genau so, wie wir das möchten. Dazu kommt, dass ich alle Instrumente auf der Platte selbst einspielen kann, was natürlich viel Spaß und Kreativität im Studio bringt.

Was das Songwriting betrifft, arbeiten wir eng zusammen. Manchmal gibt es zuerst einen Text, manchmal eine Songidee, die zu einem Text findet. Wir sprechen und experimentieren viel zusammen.

 

Meike: Es ist natürlich immer Fluch und Segen, sein Album im eigenen Studio zu produzieren. Die Verantwortung für das, was wir veröffentlichen, liegt komplett bei uns. An manchen Tagen würde man da gerne die Verantwortung auch mal abgeben. Besonders in den Momenten des Zweifelns an der eigenen Kunst.

 

 

weird: Gemastert wurde das neue Album von Markus Born, der u. a. auch bereits mit der queeren Musikerin Wallis Bird arbeitete. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

 

Sabine: Markus und ich kennen uns schon viele Jahre und für mich ist er einer der besten Soundveredler in unserem Land. Sein Mastering gibt unserer Musik den Feinschliff.

 

 

weird: Live seid ihr in der Regel zu zweit auf der Bühne. Gab es mal Überlegungen sich eine Live-Band „zuzulegen“ und wie ist es im Studio?

 

Meike: Antenne Lila ist ein Duo in klassischer Tradition siehe Rosenstolz, Pet Shop Boys, Roxette oder Boy. Wir schließen natürlich nicht aus, irgendwann für Live-Auftritte oder im Studio Gastmusiker dazu zunehmen. So hatten wir zum Beispiel beim letzten Album eine Cellistin als Gastmusikerin. Alles in allem fühlen wir uns aber ziemlich wohl zu zweit.

 

 

weird: Das neue Album klingt sehr danach als würdet ihr auf dem besten Wege sein Größeres zu erreichen. Was ist eure Vision?

 

Meike: Vielen Dank für das Kompliment. Natürlich möchten wir mit unserer Musik so viele Menschen erreichen wie nur möglich, was ohne große Plattenfirma nicht ganz so einfach ist. Unsere Fangemeinde wächst, viele kommen zu unseren Konzerten und verfolgen uns auf Facebook. Und wir freuen uns über jeden neuen Fan! Wir lassen somit alles mal auf uns zukommen ...

 

 

weird: 2013 erschien euer Song „Don‘t Touch“ gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen. Auch „Mit offenem Visier“ ist in Teilen ein politisches Album, wenn auch mit weniger „in your face“-Texten als bei „Don‘t Touch“. Wie sehr sind Musik und politisches Engagement bei euch verbunden?

 

Meike: Es ist uns sehr wichtig geworden auch gesellschaftspolitische Themen in unseren Songs anzusprechen. Denn wir als Musikerinnen haben eine Bühne und somit die Möglichkeit viele Menschen zu erreichen und unseren Beitrag zu leisten. Dazu zählen unsere Auftritte bei Aktionen wie ‚One Billion Rising’, ein Aktionstag gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen. Unsere jährliche ‚Christopher Street Day’–Tour, die den Kampf für mehr LGBT-Rechte unterstützt. Aber auch unser Auftritt bei ‚Mannheim sagt JA, Flüchtlinge willkommen - Für Vielfalt statt Hass und Angst’ war uns ein großes Anliegen.

 

 

weird: Die beiden neuen Songs „Es reicht“ und „Homophobia“ zeigen u. a. welche Themen euch aktuell auch zusätzlich am Herzen liegen. Könnt ihr etwas zu der Entstehung der Songs (meint mehr Songinhalte) sagen?

 

Sabine: ‚Homophobia’ entstand aus eigenem autobiografischem Hintergrund – dem Scheitern einer Beziehung wegen Homophobie. Der Song wirft einen ironischen Blick auf meine Erfahrungen.

 

Meike: ‚Es reicht!’ ist unser Wetterbericht zur aktuellen politischen Entwicklung in Deutschland und ganz schön ‚in your face’. Gegen rechte Hetze und Rassismus!

 

 

weird: Politisch ist natürlich auch, dass ihr seit Jahren auf CSDs auftretet. Worin unterscheidet sich für euch persönlich ein CSD-Auftritt von einem Club-Gig?

 

Meike: Bei einem Club-Gig kommen die Leute ausschließlich um unsere Musik zu hören. Wohingegen wir bei den CSD-Auftritten Teil eines bunten Programms sind. Natürlich

sind im Publikum auch Fans von uns, aber es geht in erster Linie um die Sache.  

 

Sabine: Backstage ist natürlich mehr los bei den CSD Auftritten und wir lernen ständig neue Leute kennen.

 

 

weird: Ein perfekter Gig sieht für euch wie aus?

 

Sabine: Kein Stau, der Soundcheck beginnt pünktlich, danach füllt sich der Laden, dann brummt die Hütte und hinterher gibt’s ein leckeres Bierchen.

 

 

weird: Ihr macht seit 2008 zusammen Musik. Meike, was ist besonders an Musikerin Sabine?

Sabine, was ist besonders an Musikerin Meike?

 

Meike: Besonders an Sabine ist, dass sie bis zu sieben Instrumente bei einem Auftritt spielt. Als Multiinstrumentalistin ist das für sie natürlich selbstverständlich, ich bewundere diese Leichtigkeit zwischen den Instrumenten zu springen.

 

Sabine: Meike ist die Frontfrau bei Antenne Lila, mit lupenreiner Intonation und positiven Vibes. Unser gemeinsames Musizieren macht einfach nur Spaß und wir können uns 100 % aufeinander verlassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Interview: Christine Stonat (3/2016)

 

Interview-Steckbrief

- in eigenen Worten -

 

 

Name: Meike

Alter: 27

Beruf: Sängerin und gelernte Industriekauffrau

Wohnort: Mannheim + Niederkirchen

Meine weirdeste Eigenschaft: Hektik

 

 

Name: Sabine

Alter: Ich hab’ Schallplatten im Schrank

Beruf: Musikerin + Musikpädagogin

Wohnort: Mannheim

Meine weirdeste Eigenschaft: Panik

 

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Antenne Lila sind Meike Büttner (Vocals, Keys) und Sabine Hund (Guitars, Saxophones, Keys, Programming). Die beiden lesbischen Musikerinnen aus Mannheim machen seit 2008 gemeinsam Musik und sind in der LGBTI-Community vor allem durch ihre zahlreichen CSD-Auftritte bekannt. Am 1.4.16 erscheint ihr zweites Album „Mit offenem Visier“ (Hey!band). Der „neue“ frische Electro-Pop-Sound des Duos macht mit seinen sprachgewandten, teils kritischen Texten und tanzbaren Beats wirklich Spaß und erinnert hier und da u. a. an queere Kolleg_innen wie Tubbe. Frontfrau und Sängerin Meike und Multiinstrumentalistin und Soundtüftlerin Sabine spielten das Album in Eigenregie in Sabines Studio Canis Music ein. Gemastert wurde das Album von Markus Born, der u. a. schon mit vielen bekannten Musiker_innen arbeitete, darunter auch die wundervolle out Musikerin Wallis Bird. Meike und Sabine zeigen auf ihrem neuen Album wie sehr sie als gute Freundinnen auch musikalisch harmonieren. „Wir können uns 100 % aufeinander verlassen“, so Sabine im aktuellen weird-Interview.

 

Online: www.antennelila.de

 

 

 

Antenne Lila

„Mit offenem Visier“ (Hey!band)

Out: 1.4.16

Single: „Graue Luft“

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