Mosaik     Notizen aus der Damenwelt

 

 

 

 

 

weird

Megan Lane

 

Sie ist eine der besten Gitarristinnen Kanadas. Die queere Singer/Songwriterin Megan Lane. Bekannt für ihren wunderbaren Bluessound, veröffentlichte sie am 22.8.14 ihr neues Album „Sounding The Animal“ (Coyote/Wolf Rec. s. auch diese Archiv-Ausgabe Nr. 83 September 2014 „Artefakt“). Und das ist nicht nur neu, sondern auch anders. Die erste Single daraus „Someday We Will Leave This Town“ entstand in Zusammenarbeit mit Trans*Ikone Rae Spoon (s. unten) aus Montreal. „Ich habe mich als Künstlerin entwickelt“, so die Megan Lane zu ihrem neuesten Werk. „Meine Arbeit hat sich verändert, aber es kommt vom organischsten Ort aller.“ Und so verbindet die queere Musikerin 80er Rock und Mainstreammelodien von heute, wie sie selbst sagt. Ein bisschen wie Tegan And Sara mit plötzlichem Rockgitarrensolo. Ziemlich cool und hitverdächtig. Es ist ihr viertes Album nach ihrem Debut „Purple And Blue“ 2004. 2009 erschien ihr letztes Album „Bow & Drill The Spark“. Alle Alben gibt es u. a. über ihre Website meganlane.com als CD zu kaufen oder als Download. In Deutschland sind die Alben auf Amazon als CD-Import oder als Download erhältlich. Im September 2014 ist Megan Lane in ihrer Heimat Kanada auf Tour. Bereits mit 12 gab die queere Musikerin Konzerte. Sie wuchs in einem kleinen Ort in der kanadischen Prärieprovinz Saskatchewan auf. Ihre Urgroßmutter hatte einen Antiquitätenladen und bracht ihr bei, offen zu sein für alle Dinge, da sie daran glaubte, dass allem eine Energie innewohne. Megan Lane bezeichnete sich selbst in einem Interview mal als „hexenartig“ und „weird“.

 

 

 

Gender Failure

Rae Spoon

 

Rae Spoon, Anfang 30, macht Musik, spielt Gitarre, schreibt Songs, singt. Folk, Country, Indie-Pop, Electronica - was und wie es Rae Spoon auch macht, es ist wunderbar. Auf dem letzten Album „My Prairie Home“ (8/2013 s. Archiv Ausgabe Nr. 78 April 2014 „Artefakt“) nebst gleichnamiger preisgekrönter filmischer Dokumentation von Chelsea McMullan setzt sich Rae Spoon mit der eigenen Herkunft aus einem kleinen Ort in der Prärie der kanadischen Provinz Alberta auseinander und untersucht die Bedeutung von Heimat, wenn dies nicht mehr länger ein Ort ist, an den eins zurückkehren kann. In der Highschool outete sich Rae Spoon als queer, überlebte Missbrauch durch die Musik und durch das Singen. „Zuerst habe ich gedacht, ich sei lesbisch“, so Rae Spoon im Film „My Prairie Home“, und passe deswegen nicht. In Vancouver traf Rae Spoon dann zum allerersten Mal auf einen Transjungen. „Als ich diese Option sah, war es sehr schnell für mich klar zu wechseln“, so Rae Spoon. „Wenn du nicht in das Geschlechtersystem passt, erzählen sie dir, dass du nicht existieren solltest. Und du existierst nicht. Ich bin hier, um euch das zu erzählen: Ich existiere.“ Im April erschien in Zusammenarbeit mit queer Trans*Author Ivan E. Coyote aus Vancouver das Buch „Gender Failure“. Ein eindringliches, wichtiges autobiographisches Buch, über ihren jeweils gescheiterten Versuch in das Geschlechtersystem zu passen. Das Buch entstand nach ihrer gleichnamigen Multimediatour mit Musik und Spoken Word Performance 2012. Mit dem Buch waren sie u. a. 2014 auch in Deutschland auf Tour.

 

Rae Spoon lebte und arbeitete eine zeitlang selbst in Deutschland. In Weimar. „Zu der Zeit bin ich vom Gender zurückgetreten und habe mich auch (musikalisch) von Genres verabschiedet“, erinnert sich Rae Spoon. Keine eigene Identifikation als Transmann mehr. Rae Spoon nutzt in Bezug auf sich seither im Englischen das Personalpronomen „they“. Zudem gab es in Deutschland u. a. auch neue musikalische Einflüsse wie Synthesizersounds, die die Musik forthin beeinflussten. Heute lebt Rae Spoon in Montreal, ist für viele Indiemusik- und Trans*-Ikone. „Ich bin stolz Transgender zu sein“, so Rae Spoon. „Das ist keine Wahl. Und ich werde tun, was ich tun werde. Und wenn Kids nach der Show zu mir kommen und sagen, ich hätte ihnen in irgendeiner Weise geholfen … dann ist das ein ziemlich schönes Nebenprodukt davon ich selbst zu sein und die Musik zu machen, die ich machen will.“

 

 

 

Feminist Youth Revisited

Melissa Amstutz

 

Die offen lesbische US-Musikerin Melissa Amstutz aus Portland veröffentlichte im Sommer 2014 ihr neues Album „Yout Revisited“ (s. auch diese Archiv-Ausgabe Nr. 83 September 2014 „Artefakt“) mit ihrem queeren, feministischen Indierockbandprojekt Hers. Als Mastermind und Songschreiberin der Band handelt „Youth Revisited“ von ihrer eigenen Vergangenheit, von ihrem Coming-out und Schuldgefühlen, dem Gefangen sein im eigenen Leben, von sexuellen Übergriffen, ihrem Kampf und ihrer Reise zu ihrem queeren Selbst. Musikalisch gebettet in wunderschöne bis raue Indiepopklänge, die das Gefühlschaos aus Liebe, Schuld und Zweifeln spiegeln.

 

Melissa Amstutz ist eine Künstlerin und Feministin. Sie ist Multiinstrumentalistin, malt, agiert auf der Bühne, fotografiert, filmt, schreibt und setzt sich u. a. für LGBT-, Frauen-Rechte und Frieden ein. „Feminismus bedeutet für mich Gleichberechtigung und Inklusivität für alle Menschen“, so Melissa Amstutz in einem Interview 2012. „Er spielt sicherlich in meine kreativen Bemühungen mit hinein, denn der Feminismus ist ein wesentlicher Teil, von dem, wer ich bin.“ In ihren Texten behandelt sie immer wieder Themen wie Homophobie, Heterosexismus, Sexismus, sexuelle Belästigung und Übergriffe und Gleichstellung. Sie studierte Kreatives Schreiben an der Universität von Omaha. U. a. schrieb sie im gemeinsamen Projekt mit Fotografin Lindsay Trapnell 2012 ein Jahr lang (fast) jeden Tag ein Gedicht (pictureandpoem.tumblr.com).

 

Seit 2012 gibt es auch ihr Bandprojekt Hers. Ein queeres, feministisches Indiesoundprojekt mit Melissa Amstutz‘ zauberhafter Stimme und Eloquenz. Als ihre musikalischen Einflüsse und Inspirationen nennt sie u. a. Tegan And Sara, Kathleen Hanna, Robyn und Patti Smith.

 

Als halbe Kanadierin in Omaha/USA geboren und im Staate Washington, Nebraska und Kanada aufgewachsen. Ihre Eltern waren Musiker_innen. Mit sieben schrieb sie ihren ersten eigenen Song am Klavier. Melissa Amstutz war mit einem Mann verheiratet und lebte in Omaha, bevor sie sich als lesbisch outete und mit ihrer heutigen Partnerin in Portland ein neues Leben begann. „Ich heiratete die erste Person, mit der ich ein Date hatte“, erinnert sich Melissa Amstutz. Ich habe irgendwie zwei Leben gelebt. Der eine Teil war glücklich, aber der andere Teil war gequält, weil die Gefühle verwirrend waren.“

 

 

 

Out Miss

Patricia Yurena Rodríguez Alonso

 

Model Patricia Yurena Rodríguez Alonso (24) kommt von der kanarischen Insel Teneriffa. 2008 und 2013 war sie Miss Spain, war 2013 im Finale bei der Miss Universe-Wahl. Die 24-Jährige lebt in Madrid. Neben ihrer Modelkarriere spielte sie 2014 in ihrer ersten Filmrolle in dem Kurzfilm „Tal como eres“ von Román Reyes.

 

Im August 2014 outete sich Patricia Yurena jetzt indirekt öffentlich als lesbisch. Sie postete Mitte August 2014 ein Foto auf Instagram, das sie gemeinsam mit ihrer Partnerin Vanesa Klein auf einem Bett liegend zeigt mit den Worten: „Romeo and Julliet“. Es gibt weitere Fotos von ihr und Vanesa Klein auf ihrem Account. Patricia Yurena gilt damit als die erste offen lesbische „nationale Schönheitskönigin“ der Welt. Für ihr Coming-out bekam sie viel positive Resonanz. Das Foto habe sie einfach so gepostet, schrieb die 24-Jährige im Anschluss. „Ich bereue nicht, was ich getan habe, und ich tat es, weil ich glücklich bin, mit dem, was in meinem Leben passiert.“

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Queer: Transgender Rae Spoon mit wunderbarer Musik, eindringlicher autobiographischer Filmdokumentation und  einem der wichtigsten queeren Bücher unserer Zeit „Gender Failure“ (2014).

 

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Out: Patricia Yurena Rodríguez Alonso, Miss Spain 2008 und 2013, outete sich mit diesem Foto Mitte August 2014 über Instagram öffentlich als lesbisch.

 

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Out: Die offen lesbische US-Künstlerin Melissa Amstutz veröffentlichte im Sommer 2014 mit ihrem queeren, feministischen Bandprojekt Hers ihr neues Album „Youth Revisited“ und erzählt damit nicht zuletzt auch ihre eigene Coming-out-Geschichte.

 

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weird: Die queere kanadische Musikerin Megan Lane veröffentlichte am 22.8.14 ihr neues Album „Sounding The Animals“.

 

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Ausgabe Nr. 83

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