Seite 2

weird

© 2007-2018 weird

Mosaik Notizen aus der Promi_welt

 

 

 

 

 

 

 

Über weird | Archiv

Role Model: Die US-marokkanische bisexuelle Musikerin, Instagrammerin und Fat-Aktivistin Dounia kündigt 2018 mit ihren neuen Singles wie „„Everything Is A Joke“ und „How I See It“ nach ihrem Debut 2017 ihr kommendes zweites Album an.

 

Featured auf weirds YouTube Kanal s. Playlist „11/2018 Artefakt …“

Neue Singles

Dounia

 

Der 21-jährige muslimische Instagram-Star, Model, Fat-Aktivistin und Musikerin Dounia wurde in Queens, New York geboren. Als Baby kam sie ohne ihre Mutter nach Marokko, und als Teenager zurück nach New York. Sie brachte sich Englisch selbst bei. Und auch die Musik, mit der bereits in der High School ihre Mitschüler_innen beeindruckte. Dounia ist body-positiv, feministisch, bisexuell und sieht sich heute selbst als Role Model für Mädchen und junge Frauen. Aktuell ist sie noch bis zum 6.11.18 als Support von queer french Artist Christine And The Queens auf US/Kanada-Tour. Die Hälfte der Konzerte ist ausverkauft. Im Oktober 2017 erschien Dounias Debutalbum „Intro To“. 2018 veröffentlichte die Musikerin einige neue Singles, darunter „Everything Is A Joke“ und „How I See It“ (Atlantic/WEA). R&B, Rap, Pop, pompös mit viel Stolz und Glamour, einen Stil, den sie auch besonders in ihren Videos feiert. Badass!!

 

Online: www.dounia.world

Please Stand Up!

Hannah Gadsby

 

Du lachst, und du nickst, und dein Lachen erfriert, und du weinst. Und du sitzt am Ende da, sprachlos, voller Ehrfurcht für ihre künstlerische Begabung, voller Respekt für ihre Offenheit, ihren Mut und ihre Kraft und voller Dankbarkeit dafür, dass sie mit ihren sorgfältig gewählten Worten ein ums andere Mal genau auf den Punkt trifft. Besonders dort, wo es um gesellschaftliche Strukturen und Probleme wie LGBTIQ-Feindlichkeit, Gewalt von cis Männern gegen Frauen und LGBTIQ, Sexismus, Patriarchat etc. geht. Mit dem Mut ihre eigene Geschichte als mehrfaches Opfer von Gewalt zu erzählen und dabei eine Brücke zu gesellschaftlichen Missständen zu schlagen, trifft sie nicht nur den Punkt, sondern empowert auch (queere) Frauen weltweit in ganz besonderem Ausmaß. Und das alles geschieht fast „nebenbei“, denn eigentlich will Hannah Gadsby nur eines, endlich ihre eigene Geschichte erzählen, das ihre Geschichte von Menschen gehört, gefühlt und verstanden wird. Ihre Geschichte sei zugleich die Geschichte anderer und umgekehrt. Am Ende ihre autobiographischen Programms „Nanette“ (Netflix, 2018) ist Hannah Gadsby den Tränen nah.

 

Ja, das Stand-up-Programm „Nanette“ von Hannah Gadsby ist ein Meilenstein der Comedy. In ihrer Heimat Australien längst ein Star, erreichte sie mit „Nanette“ ein internationales Millionenpublikum. 1 Stunde und 9 Minuten lässt Hannah Gadsby ihr Publikum im Saal und vor den Bildschirmen tief in ihr eigenes Leben blicken. Erzählt teils sichtlich selbst bis ins Mark gerührt von der traumatischen Gewalt, die sie mehr als nur einmal als lesbische Frau erfuhr. Wie es war in Tasmanien aufzuwachsen, wo Homosexualität noch bis 1997 verboten war. Entweder machst du in der Comedy Witze auf Kosten anderer oder du machst dich selbst lächerlich, sagt Hannah Gadsby. Beides wolle sie nicht mehr, sagt sie eindringlich und ernst. Sie sei wütend. Und Wut sei toxisch und habe nur Hass zum Ziel und sei niemals konstruktiv. Deshalb müsse sie mit der Comedy aufhören. Ein Spaß? Wohl kaum. „Lachen ist keine Medizin, (unsere) Geschichten sind der Schlüssel zu unserer Heilung“, sagt Hannah Gadsby ganz am Ende ihre Programms. „Lachen ist nur ein Honig, der die bittere Medizin versüßt.“ Ja, „Nanette“ ist ein Meilenstein der Comedy. Und es ist noch viel mehr. „Nanette“ ist als zutiefst persönliche und schmerzvolle Geschichte im selben Moment eine der wichtigsten, eindringlichsten und präzisesten in Worte verfasste gesellschaftliche Bestandsaufnahme dieser Zeit, in dem der Faschismus, angeführt von frauen- und LGBTIQ-verachtenden weißen, heterosexuellen, christlichen cis Männern, weltweit auf dem Vormarsch ist. (Foto: Netflix)

 

Online: http://hannahgadsby.com.au

www.netflix.com/de/title/80233611

Meilenstein: Out Comedian Hannah Gadsby aus Australien hat mit ihrem international gefeierten Stand-up-Abschieds-Programm „Nanette“ (Netflix, 2018) ein bewegendes Zeitzeugnis geschaffen. Es ist ihre persönliche schmerzvolle Geschichte als Opfer von Gewalt und es ist zugleich die vermutlich präziseste Bestandsaufnahme unserer Zeit.

 

Featured auf weirds YouTube Kanal s. Playlist „11/2018 Artefakt …“

20 Jahre „Some Other Thing“

Christine Havrilla

 

Die lesbische Indie-Folk-Singer/Songwriterin und Gitarristin Christine Havrilla aus Philadelphia feiert mit ihrem frühen Album „Some Other Thing“ 2018 20-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass hat sie nicht nur im Oktober 2018 ein Konzert mit ihrer queeren Band Gypsy Fuzz in ihrer Heimatstadt gegeben, sondern auch das Album neu eingespielt und veröffentlicht. Für sie war es wichtig, dass ihre Fans, besonders ihre neueren, auch die älteren Songs kennen lernten, die sie bislang nicht live gespielt hat. Auch gab es die Songs bislang nur digital als Stream oder Download und nicht auf CD. „Es ist lustig, wenn ich an die Zeit zurückdenke als ich das Album rausbrachte“, erinnert sich Christine Havrilla. „Ich hatte einen Stapel Kassetten (erinnert ihr euch an so was?) und CDs als alles sich auf digital umstellte.“ Die alten Songs seien mit einem neuen heutigen Bewusstsein eingespielt worden und mit verbesserten musikalischen Fähigkeiten. Und ganz neue Musik gibt es von Christine Havrilla aktuell auch. Einer der wunderbaren neuen Songs heißt „Said It Once“, den die Singer/Songwriterin und Gitarristin u. a. im August 2018 bei balcony TV unplugged präsentierte. Sie sei gerade dabei sich auf die Aufnahmen für ein neues Studioalbum vorzubereiten, so Christine Havrilla im Oktober 2018. „Eine der Herausforderungen (als ich beschloss) alles selbständig zu machen“, so Independent-Musikerin Christine Havrilla, „war darauf zu achten, dass alles organisiert blieb und ich immer am Ball war, denn, wenn ich auftreten wollte, musste ich selbst dafür sorgen.“ Und es hat funktioniert. Happy 20th album anniversary!

 

Online: www.christinehavrilla.com

 

Independent: Im Oktober feierte die lesbische Singer/Songwriterin Christine Havrilla aus Philadelphia das 20-jährige Jubiläum ihre Albums „Some Other Thing“ mit einer neueingespielten Veröffentlichung des Albums.

 

Featured auf weirds YouTube Kanal s. Playlist „11/2018 Artefakt …“

 

Ausgabe Nr. 131

November 2018

11 Jahre weird

 November 2007  -  November 2018