Mitte         Gesellschaft und Kultur

 

 

 

 

 

Let‘s Be Pink

Lesbischer Fotokalender „Women 2011“

 

Die Fotografinnen Stefanie Zesewitz und Susanne Leonhardt aus Hamburg haben sich über die lesbische Internetplattform Lesarion kennen gelernt und sind seither befreundet. Jetzt präsentieren die beiden lesbischen Frauen ihr zweites gemeinsames Fotoprojekt „Women 2011“. „Women 2011“ ist ein Fotokalender überwiegend mit lesbischen Paarszenen. Junge lässige Dinger sucht man hier vergeblich, hier dreht es sich vornehmlich um Frauen um die 30, 40. Beide Künstlerinnen sind selbst Jahrgang 1968. Ab April 2010 gibt es den Kalender zu kaufen. Und da es dann noch weitere neun Monate dauert, bis man ihn sich aufhängen darf, kann man sich die Kalenderbilder ab sofort schon in Auszügen auf ihrer Website www.letsbepink.de ansehen. „Da wir beide vor Kreativität platzen, werden sicher noch viele folgen“, so die beiden. Wir sind gespannt. (Foto: Susanne Leonhardt)

 

 

 

Fliegender Wechsel

Underground macht nach vier Wochen Pause am 23.12.09 als Queers Club „Pandoras“ weiter

 

Anfang Januar 2010 wird das Underground 3 Jahre alt. Nur wenige Wochen zuvor verabschiedete sich Gründerin und Besitzerin Heidi (Foto, rechts) aus dem kleinen Kellerclub in der August-Bebel-Str. 16 in Bielefeld. Am 14.11.09 feierte sie mit Freund_innen und Gästen im Underground ihren letzten Abend und ging erst mal in den Urlaub. Neue Besitzerin von Bielefelds erster und einziger Frauendisco ist seither Coraly (Foto, links). Die mittzwanzigjährige Studentin übernahm den Laden quasi im fliegenden Wechsel. Sie kennt das Underground bestens aus der Sicht als DJ und als Barkeeperin. Und sie übernimmt einen gut gehenden Laden. Dabei hatten Außenstehende Heidi bei der Eröffnung des Underground am 5.1.2007 für das Konzept einer Frauendisco in Bielefeld allenfalls ein halbes Jahr gegeben. Einzig ihre Freundin hatte an ihr Konzept geglaubt. Und sie sollte Recht behalten. „Meine Frauen halten sich nicht nur an einem Bier fest“, sagte Heidi damals zum 1-jährigen Jubiläum weird gegenüber stolz. Mit allen Hochs und Tiefs konnte Heidi sich so in der Gastronomie- und Clubszene auch die letzten zwei Jahre behaupten. Mit ihrem in Bielefeld und auch in Deutschland einzigartigem Club wurde sie schnell zu einem wichtigen Teil lesbischen Lebens der Stadt. So auch mit ihrem jährlichen Underground-Truck beim Bielefelder CSD ...

 

Nachdem die Räumlichkeiten in den letzten vier Wochen nun einen frischen Anstrich erhalten haben, geht es im Underground bzw. Pandoras, wie es heißen wird, am Samstag, 23.12.09 weiter. Ab 22 Uhr gibt es eine große Party mit Begrüßungsgetränk und Livemusik des lesbischen Bielefelder Duos The Happymess. Der bisherige Disco-Samstag soll dann künftig wieder zusätzlich auch auf den Freitag erweitert werden. Donnerstags ist ab 20 Uhr Lounge-Abend. Der Eintritt bleibt wie gewohnt frei. Einlass haben ab sofort Lesben, Schwule, Queers & Friends. (Text + Fotos: Christine Stonat)

 

 

Online: www.pandoras-queersclub.de

 

Pandoras (Ex-Underground), August-Bebel-Str. 16, jeden Freitag/Samstag und vor Feiertagen (Disco), Donnerstag (Lounge Abend, 20 h), ab 22 Uhr

 

Wiedereröffnungsparty: 23.12.09, 22 h, DJ Mandra, live: The Happymess, Pandoras (Ex-Underground), Bielefeld

 

Mehr zum 1-jährigen Jubiläum vom Underground 2008 s. Archiv Ausgabe Nr. 3 Januar 2008

 

 

 

Schön, dass du da bist!

1 Jahr schwullesbisches Jugend-Café Farbenfroh

 

Unkompliziert wollen sie sein. Alle sollen sich bei ihnen wohl fühlen. Und genauso ist es auch. „Schön, dass du da bist!“, so werden selbst ältere Gäste wie die weird-Redakteurin im Café Farbenfroh von den Machern Robert und Max begrüßt. „Es hat mich gestört, dass es im Vergleich zu Hamburg keine Jugendgruppen in Bielefeld gab“, erzählt Robert. Der 23-jährige offen schwule Hamburger Student (Foto Mitte) war eigens wegen des Studiums nach Bielefeld gekommen. Vor einem Jahr gründete er schließlich aus Eigeninitiative das Café Farbenfroh als offenen Treffpunkt für junge Schwule und Lesben bis 24 Jahre - nach unten ist keine Grenze gesetzt. Mit Unterstützung des Bielefelder Jugendamtes fand man in einem der Räume des JZ Kamp am Niedermühlenkamp eine geeignete Location. Die ist mit einer Theke, Musikanlage, Kicker, Billardtisch, Dart, Gesellschaftsspielen und Sofa bestens geeignet, nicht zuletzt auch weil hier vor einigen Jahren schon das ehemalige schwullesbische Café Uferlos residierte. „Ich bin ein bisschen stolz darauf, dass es funktioniert“, gesteht Robert heute nach einem Jahr. Beim ersten Treffen noch startete er ohne Kaffeemaschine, dafür mit einer Packung Kaffee und einer Packung Schokoriegel und war allein mit den einzigen zwei Besuchern des Abends, einer war Max (21, Foto rechts), der andere Tim (20, Foto links).

 

Mittlerweile treffen sich jeden Montag von 17.30 bis 21.30 Uhr im Café Farbenfroh 15 bis 20 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren in lockerer Café-Atmosphäre. Die Besucherzahl stieg dank Werbung auf dem CSD und Mundzumundpropaganda kontinuierlich und immer wieder kommen bis heute neue junge schwule und lesbische Gäste dazu. „Hier gibt es keine Gruppenbildung, jeder quatscht mit jedem“, erklären Robert und Max. Es gibt keine Zwänge und kein Szenedenken, hier geht es nicht ums Aussehen. Und jede(r) ist herzlich willkommen und wird ebenso herzlich aufgenommen. Robert und Max verstehen das Café Farbenfroh als Kommunikationsplattform, als simplen Treff für junge Schwule und Lesben eben. „Manchmal ist man auch Seelentröster“, sagen sie, obwohl sie ganz ohne ausgebildete Pädagog_innen in ihren Reihen auskommen. Stattdessen ist es ihnen gelungen Montag für Montag eine angenehme Café-Atmosphäre zu schaffen, in der sich jede(r) sofort wohl fühlen kann und sich jeder mit jedem versteht. Zum Selbstkostenpreis gibt es Kaffee, Limo und Schokoriegel. Ein Becher Kaffee kostet 20 Cent. Und manchmal gibt es, wie jetzt zur Weihnachtszeit, Selbstgebackenes. Max, der Thüringer, der wegen seiner Ausbildung in Bielefeld ist, und auch ein weiterer Gast sind Konditorlehrlinge.

 

„Nicht mal in Hamburg gab es das“, meint Robert. „Ja, es ist schön wie es ist“, freut sich auch Max über das, was sie seit September 2008 erreicht haben. Dabei hatten sie es nicht immer leicht. Es habe zu Beginn immer wieder homophobe Anfeindungen und Übergriffe der Jugendlichen aus den JZ Kamp eigenen Gruppen, zu denen das Café Farbenfroh nicht zählt, gegeben, erinnern sich Robert und Max. „Wir mussten uns als Jugendliche durchsetzen und darum kämpfen, im JZ Kamp ernst genommen zu werden.“ Das ist ihnen inzwischen so gut es ging gelungen. Die Gäste im Café Farbenfroh sind auf jeden Fall froh über die etwas andere, einzigartige Location für junge Schwule und Lesben in Bielefeld und ihre besondere Atmosphäre. Ab und zu planen sie Veranstaltungen wie Filmabende oder sie gehen zusammen aus, machen Ausflüge. Sie haben sogar einen eigenen E-Mail-Verteiler. Die beiden ehrenamtlichen Akteure Robert und Max helfen darüber hinaus bei der Organisation des Bielefelder CSD und nehmen mit dem Café Farbenfroh an der Parade teil. Die beiden selbst freuen sich über jeden neuen Kontakt zur schwullesbischen Szene in Bielefeld und allen Interessierten. (Text + Foto: Christine Stonat)

 

Online: www.cafe-farbenfroh.de

 

 

 

Online-Befragung Teil 2

Gleichgeschlechtliche Lebensweisen im Visier

 

Am 1. Dezember 2009 startet eine Online-Befragung zum Thema „Gleichgeschlechtliche Lebensweisen in Deutschland“ unter www.ifb-bamberg.de/glg. Diese wird vom Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb) durchgeführt. Diese hatte in einer ersten Studie erstmals die Lebenssituation von gleichgeschlechtlichen Paaren, die mit Kindern zusammenleben, in Deutschland umfassend untersucht. Nun folgt die Folgestudie, die sich diesmal den Lebensumständen „gleichgeschlechtlich orientierter Personen ohne Kinder, lesbischer und schwuler Eltern, deren Kind(er) außerhalb des Haushaltes aufwachsen und an allein erziehender lesbischer und schwuler Eltern mit Kind(ern)“ widmet. „Um ein umfassendes Bild gleichgeschlechtlicher Personen und Paare zu erhalten, gehen wir in der Befragung unter anderem auf Themen wie Gestaltung von Partnerschaften, Aufteilung von Erwerbstätigkeit und häusliche Aufgaben, Kinderwunsch, Kontakt und Beziehungsgestaltung zum eigenen Kind und persönliche Diskriminierungserfahrungen ein“, so die Macher. Jede/r, die/der sich angesprochen fühlt, ist aufgerufen, teilzunehmen.

 

Online: www.ifb-bamberg.de/glg

 

 

 

 

 

Weitere Notizen:

 

 

Die ersten lesbischen Kulturtage „Bielefeld hat seine Tage“ Ende November 2009 im Zweischlingen waren ein voller Erfolg. Gastgeber war „weird Das Stadtmagazin für lesbische Frauen in Bielefeld“. Über Hundert durch und durch begeisterte Lesben und heterosexuelle Gäste, bejubelten das hochkarätige lesbische Programm „Venusfeuer“ der Kabarettistin Petra Förster am ersten Tag. Rund 50 nicht minder begeisterte Gäste sahen und hörten dann am zweiten Tag die Lesung der lesbischen Autorin Mirjam Müntefering und ließen sich bereits in der Pause ihre Bücher signieren. Mirjam Müntefering war erstmals seit Jahren wieder in Bielefeld und las aus ihren beiden aktuellen Büchern „Tochter und viel mehr“ und „Liebesgaben“. Mehr s. auch weird today Archiv“ Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der reizenden Moderatorin Birgitt von Just Different, die „Bielefeld hat seine Tage“ und die Künstlerinnen äußerst charmant und humorvoll anmoderierte und nicht zuletzt auch damit für zwei rund um runde Abende in toller Atmosphäre sorgte. „Bielefeld hat seine Tage“ wird im November 2010 fortgesetzt! www.bielefeld-hat-seine-tage.de

 

 

Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag. Neben der Foto-Ausstellung „Stille Heldinnen -Afrikas Großmütter im Kampf gegen HIV/AIDS, die noch bis zum 6.12.09 im Bürgerzentrum Haus unter den Linden in Herford zu sehen ist, veranstaltet in Bielefeld die AIDS-Hilfe weitere Aktionen an diesem Tag. Von 12 bis 18 Uhr wird es wie in jedem Jahr einen Infostand in der Bielefelder Innenstadt geben, an dem auch Spenden gesammelt werden. Um 19 Uhr findet ein Gottesdienst in der Süster-Kirche statt. Am 1. und 2.12.09 starten zudem die Jugendfilmtage zum Thema AIDS im Cinemaxx Bielefeld. Das Schwulenreferat der Universität Bielefeld  (SchwuR) zeigt am 1.12.09 um 20.30 Uhr den Film „Das 1. Evangelium Matthäus“ von Pasolini im Filmhaus Bielefeld. Der Eintritt ist frei.

 

 

40 Prozent der Menschen in Europa lehnen gleiche Rechte für Homosexuelle ab. Das ergab eine neue Studie des Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. Bei der repräsentativen Umfrage wurden im Wintersemester 2008/2009 rund 8000 Leute aus 8 der 27 EU-Länder zu ethnischen, religiösen und sexuellen Vorurteilen befragt. Die Ergebnisse unterschieden sich dabei je nach Land sehr stark. Am größten seien die Vorurteile in den osteuropäischen Ländern. 88 Prozent der Polen etwa lehnten eine gleichgeschlechtliche Ehe ab. In Deutschland, das insgesamt einen Mittelplatz belegte, waren es 40 Prozent. Am wenigsten mit Vorurteilen behaftet zeigten sich die Niederländer.

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Ausgabe Nr. 26

Dezember 2009

Freuen sich über jeden Besucher: Tim, Robert und Max (v. l.) vom Café Farbenfroh, dem Café-Treff für junge Schwule und Lesben bis 24 Jahre.

 

 

 

Update 9/2015: Das Café Farbenfroh heißt jetzt BEGIN und ist ein offener Treffpunkt für LGBT-Jugendliche von 14 bis 26 Jahren. Jeden Mittwoch, 17.30-20 Uhr, im JZ Kamp Bielefeld. www.begin-bielefeld.de

Dies ist das Titelfoto des neuen lesbischen Fotokalenders „Women 2011“, der ab April 2010 zu kaufen sein wird. Erste Fotos gibt es schon jetzt im Internet auf www.letsbepink.de zu sehen.

Fliegender Wechsel im Underground: Nachdem die Gründerin der ersten und einzigen Frauendisco Bielefelds Heidi (rechts) am 14.11.09 ihren letzten Abend im Underground feierte, machte sich die neue Besitzerin Coraly (links) an die Generalüberholung des Clubs. Am 23.12.09 geht es dann unter neuem Namen „Pandoras“ weiter. An drei Abenden in der Woche: Donnerstag bis Samstag - offen für alle Lesben, Schwulen, Queers & Friends.

 

 

 

Update 9.6.11: Das Pandoras (Ex-Underground) hat seit Juni 2011 den Betrieb eingestellt.

Colour Up Our Life: Am 1.12.09 startet eine weitere Studie zum Thema „Gleichgeschlechtliche Lebensweisen in Deutschland“ auf www.ifb-bamberg.de/glg

Regenbogenflagge

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