Mitte         Gesellschaft und Kultur

 

 

 

 

 

Weibliche Worte

1. Bielefelder Poetry Slam für Frauen

 

Der Poetry Slam ist eine der blühenden Veranstaltungsformen dieser Tage. Junge Poeten und Autoren messen sich auf der offenen Bühne im temporeichen, zum Teil aberwitzigen Wort- und Performancewettstreit mit Gleichgesinnten und werden so Teil einer neuen Kunstform. Lesen ist plötzlich cool. Schreiben auch. In jeder Stadt, auf jedem Festival, auf jedem jungen Sender findet man sie. In Bielefeld gibt es einmal im Monat im Bunker Ulmenwall den längst etablierten Poetry Slam von und mit Micha-El Goehre und mit Gästen aus ganz Deutschland. Zum festen Stamm der Bielefelder Slammer gehört auch Barbara Rademacher (Foto rechts). Sie ist eine der wenigen Frauen in der Szene und bereits über die Bühne Bielefelds hinaus bekannt. Das Mikrofon und die Preise gehen doch zumeist aber an männliche Slam Poeten. Das ist natürlich auch der - nicht lesbischen -Barbara Rademacher aufgefallen. Angesprochen vom Fraze reloaded-Team des Bielefelder Frauenkulturzentrums entstand im letzten Jahr schließlich die gemeinsame Idee zu einem ersten reinen Poetry Slam nur für Frauen, natürlich völlig egal ob heterosexuell, bi, lesbisch oder sonst wie, um diese auf die Bühne zu holen und ihre Stimme und Position am Mikrofon zu stärken. Am 4.4.09 ist es dann auch so weit. Ab 20 Uhr können sich Frauen im Frauenkulturzentrum Bielefeld die Worte um die Ohren hauen und sich dabei zuhören und zugucken lassen. Das verspricht eine Menge Spaß. Die Teilnahme ist noch am Abend möglich, ja erwünscht. Die ersten drei Plätze bekommen sogar einen kleinen Preis. Durch den Abend führt Barbara Rademacher selbst.

 

Dem jetzigen Poetry Slam im April voraus ging bereits ein zweiteiliger Workshop im Februar und März sowie eine Lesung von Barbara Rademacher im Januar 2009. Die Veranstaltungen haben gezeigt, dass das Interesse bei den weiblichen Bielefelder Slam Poeten und solchen, die es werden wollen, groß ist. Aus dem Workshop hat sich mittlerweile eine Gruppe von Frauen herauskristallisiert, die sich ab sofort regelmäßig trifft. Kontakt dazu über frazereloaded @ googlemail.com (ohne Leerschritte!). „Vorausgesetzt, das Interesse an dem Abend des Poetry Slams ist ebenso groß, dann machen wir natürlich weiter“, so Mitinitiatorin Yvette vom Fraze reloaded-Team. Den nächsten Poetry Slam im Frauenkulturzentrum Bielefeld nur für Frauen gibt es dann voraussichtlich im Sommer 2009. (Text: Christine Stonat)

 

 

1. Fraze Poetry Slam, nur für Frauen, Frauenkulturzentrum, Bielefeld, 20 h, 4.4.

 

Barbara Rademacher online:

www.myspace.com/babsibielefeld

 

 

 

Grimme Preis

10 Jahre „Mädchengeschichten“

 

Die Portraitreihe „Mädchengeschichten“ ist ausgezeichnet. Das findet auch die Grimme-Preis-Jury und verleiht der 3sat-Dokumentarfilmreihe den „Adolf-Grimme-Preis 2009 Spezial“. Seit mittlerweile über zehn Jahren läuft die Reihe „Mädchengeschichten“ mittlerweile beim Fernsehsender 3sat. Sie erzählt die Geschichten von 17-, 18-jährigen jungen Frauen aus aller Welt. Regie führen bei den 30-minütigen Beiträgen über je eine Mädchen ausschließlich, zumeist junge, Frauen, die häufig auch aus dem Land des jeweiligen Mädchens kommen. Eine der Regisseurin war u. a. Taiwan-Expertin Monika Treut mit ihrem Film „Made In Taiwan“ (2005, Foto). Deren erster Spielfilm „Ghosted“ kommt übrigens am 30.4.09 ins Kino kommt und ist zudem der lesbische L-Filmnacht-Film im April (s. auch Ausgabe Nr. 18). Konzept und Redaktion der Reihe „Mädchengeschichten“ liegen bei den beiden ZDF/3sat-Redakteurinnen Katya Mader und Inge Classen. Letztere war u. a. Mitproduzentin der Rosa von Praunheim Dokumentation „Tote Schwule und lebende Lesben“ (2007/2008) u. a. mit den weiblichen Protagonisten Schauspielerin Maren Kroymann, Manuela Kay (L-Mag) und der türkischen DJ Ipec aus Berlin. Die Grimme-Preis-Jury begründet ihre Auszeichnung von „Mädchengeschichten“ u. a. so: „Die Reihe ist zutiefst human, sie entbehrt jeder geliehenen Prominenz, zeigt ganz unaufdringlich, was Mädchen-Sein bedeutet.“ Die Grimme-Preis-Trophäen werden am 3.4.09 in Marl verliehen. (Foto: ZDF/Monika Treut)

 

Online: www.3sat.de

 

 

 

10 Jahre Bielefelder „Kompetenzz“ und Chancengleichheit für Frauen

Girls‘ Day 2009

 

Mädchen-Zukunftstag heißt das bundesweite Projekt, kurz auch Girls‘ Day genannt. In diesem Jahr ist er am 23. April 2009. Das Projekt Girls' Day - Mädchen-Zukunftstag wird u. a. von den Bundesministerien für Bildung und Forschung und für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und ist eine Gemeinschaftsaktion der beiden Ministerien sowie verschiedener Verbände und Vereinigungen. Die Koordination des Projektes hat jedoch das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. Und das hat seinen Sitz in Bielefeld und zwar in der Fachhochschule, Wilhelm-Bertelsmann-Straße. Seit zehn Jahren fördert der Verein die Nutzung der Potenziale von Frauen zur Gestaltung der Informationsgesellschaft und Technik sowie die Verwirklichung von Chancengleichheit und Diversity. 1999 wurde er zunächst unter dem Namen „Frauen geben Technik neue Impulse“ in Bonn gegründet. Das Kompetenzzentrum, in dem mittlerweile alle Kompetenz gebündelt ist, gibt es so seit 2005. Ziel des Vereins ist vor allem die aktive Mitgestaltung der Informationsgesellschaft. Dabei stehen die Stärkung der Medienkompetenz, die Gestaltung des Bewusstseinswandels in Berufsorientierung und Lebensplanung und die Förderung der Chancengleichheit und Exzellenz in Hochschule, Wissenschaft und Forschung.

 

Der Girls‘ Day ist ein Projekt neben vielen weiteren bundesweiten Initiative, Projekten und Netzwerkbildungen. Der Girls‘ Day richtet sich direkt an Schülerinnen ab Klasse 5. Diese sollen einen Tag lang für vermeintliche „Männerberufs- und -wissenschaftsfelder“ interessiert und begeistert werden. Deshalb sind sie einen Tag lang ohne Jungs im Namen der Wissenschaft, Forschung, Technik und des Handwerk direkt in den Unternehmen, Behörden und Betrieben vor Ort unterwegs und können sich in Arbeitskreisen und Aktionen ungehindert ausprobieren und für sie möglicherweise neues Terrain in Labors, Büros und Werkstätten erkunden. Allein rund 30 von insgesamt über 7000 deutschlandweiten Aktionen und Angeboten gibt es in Bielefeld. Fast alle der Plätze waren Ende März 2009 bereits vergeben. So z. B. beim WDR Bielefeld oder Bündnis 90/Die Grünen. Freie Plätze gibt es u. a. noch an der Uni Bielefeld und der Fachhochschule.

 

 

Online:

www.kompetenzz.de

www.girls-day.de

 

 

 

Kurzfilmwettbewerb

Bielefelderinnen mit guten Chancen

 

Es ist vollbracht - 4 Jahre Arbeit sind getan“, freuen sich die fünf jungen Bielefelder Filmemacherinnen Sarah, Katinka, Kathrin, Verena und Julia. Letztere traf weird bereits im letzten Monat. Julia Bader, 27, engagiert sich seit gut zwei Jahren bei den Bielefelder Frauenfilmtagen (s. Ausgabe Nr. 17). Die offen lesbische Medienpädagogikstudentin hat u. a. gerade ihre Diplom-Arbeit zum Thema „The L Word“ abgeschlossen und eine große Leidenschaft für Filme und fürs Filme machen. Nach ihrem Spielfilm „Superhelden“ (2006) und einigen Kurzfilmen gibt es jetzt ihr neuestes Werk. Wie gesagt eine Gemeinschaftsproduktion mit vier anderen jungen Bielefelder Filmemacherinnen. „Thematisch hat der Film überhaupt gar nichts Lesbisches“, so Julia. In dem Film prallen hingegen in einer durchschnittlichen Großstadt vier Personen mit vier Lebensweisen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aufeinander. Die Frage ist jedoch, ob sie wirklich so verschieden sind. Der Film mit dem Titel „ich, mein selbst und die anderen“ ist eine experimentelle „kleine Geschichte über Menschen, die sich selber suchen und andere finden“, so die Macherinnen. Der Kurzfilm auf DVD soll 2009 auch ins Kino kommen. Erst mal aber konkurriert der 15-minütige Streifen beim aktuellen Kurzfilmwettbewerb „Tatort Erde“ auf dieGesellschafter.de von Aktion Mensch. Als einer von zwei Filmbeiträgen mit bislang fünf von fünf Bewertungssternen führt er die lange der Liste derzeit an! Die Chancen stehen also gut. Bis Ende April werden noch Einsendungen von weiteren Filmbeiträgen entgegen genommen. Bewertungen sowieso. Jeder kann den Bielefelder Film oder auch einen anderen online ansehen und unterstützen. Im Sommer 2009 wird dann eine Jury die besten zehn Beiträge auswählen und prämieren.

 

 

„ich, mein selbst und die anderen“ online:

www.diegesellschafter.de

 

 

 

 

 

 

Weitere Notizen:

 

Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln 2009 findet vom 21.-26.4.09 in diesem Jahr in Dortmund statt. U. a. in den Kinos CineStar, domicil, Schauburg und Harenberg City-Center. Die Eröffnung ist am 21. April, 19.30 Uhr im Dortmunder CineStar. Es wird natürlich wieder Wettbewerbe in verschiedenen Kategorien geben und einen Publikumspreis und auch Filme mit lesbischer Thematik. Der Fokus des Festivals liegt in diesem Jahr auf dem Thema Freiheit.

Online: www.frauenfilmfestival.eu

Mehr zum letztjährigen Festival s. Ausgabe Nr. 6

 

 

Update 27.4.09: Der mit 25000 EUR dotiere Internationale Spielfilmpreis des diesjährigen Frauenfilmfestivals geht an den Film „Alle anderen“ von Maren Ade.

Seite 4

weird

Ausgabe Nr. 18

April 2009

Open Mic: der erste Poetry Slam in Bielefeld nur für Frauen. Am 4.4.09, 20 Uhr im Frauenkulturzentrum, Bielefeld. Moderation: Slam Poetin Barbara Rademacher (Foto).

 

 

 

Update 2010: Der Poetry Slam für Frauen wurde eingestellt.

Gleiche Chancen für Mädchen und Frauen in der Technik- und Informationsgesellschaft: dafür arbeitet das Kompetenzzentrum für Technik, Chancengleichheit und Diversity seit zehn Jahren. Am 23.4.09 koordiniert der Bielefelder Verein einmal mehr das bundesweite Projekt „Girls‘ Day“.

„Made In Taiwan“: nur eine der „Mädchengeschichten“, die seit über zehn Jahren bei 3sat gezeigt wird. Im April gibt es für die rein weibliche Dokumentarfilmreihe den Grimme-Preis 2009 Spezial.

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Ausgabe Nr. 18

April 2009

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