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Lesbisch sein in …           

 

 

 

 

Bielefeld

 

weird interviewt weird

 

 

Ein Selbstinterview

der weird-Macherin

Christine Stonat.

 

 

 

 

 

 

 

weird: Im November 2015 feiert weird 8-jähriges Bestehen. Am 1.11.07 erschien Ausgabe Nr. 1 hier auf weird-bielefeld.de. Wie war das damals?

 

weird: Es war vor allem total neu. Ich komme als freie Journalistin zwar aus dem Bereich Stadtmagazin, aber aus dem Printbereich. Es galt demnach zunächst, das Medium Online-Magazin für mich zu entdecken. Das Schöne war, dass ich als Alleinverantwortliche natürlich komplett freie Hand hatte und alles nach meinen Vorstellungen und auch Fähigkeiten umsetzen konnte. Ich wollte einen Gegenpol setzen zu den gängigen und gewohnten medialen Internetpräsenzen.

 

 

weird: Wann hattest du die Idee dazu?

 

weird: Die erste Idee entstand bereit 2001. Doch damals ließ sich die Idee aus verschiedenen Gründen nicht umsetzen. 2007 war dann für mich persönlich eine passende Zeit, um das Projekt neu anzugehen. Ich habe dann fast ein Jahr geplant und mich im Oktober 2007 offiziell als Verlegerin selbständig gemacht.

 

 

weird: Woher kommt der Name weird?

 

weird: Der Name kommt von dem Song „Weird“, den die ehemalige Bielefelder Alternative-Rock-Band Teutrine von Sängerin Jasmin Teutrine Ende der 1990er geschrieben hat. Ich kannte damals den Gitarristen der Band. Der Text des Songs lautet: „Be weird, be different, be yourself, be independent, be just you. Be weird, be shy, be angry, be afraid, but just be you.“ Ich fand nicht nur das Lied superschön, sondern der Text traf es für mich genau. Es geht darum, du selbst zu sein, anders zu sein, mit allen Emotionen und Ängsten. Das Wort weird (sprich wierrrd) heißt übersetzt so viel wie schräg, anders, seltsam, sonderbar; genauso wie das Wort queer in seiner ursprünglichen Bedeutung. Es passt perfekt.

 

 

weird: Wie haben Bielefeld und die überregionale LGBTIQ-Community auf das neue Medium weird reagiert?

 

weird: Sehr gut und sehr offen. Es war mir sowohl in Bielefeld als auch überregional möglich, innerhalb kurzer Zeit sehr gute und wichtige LGBTIQ-Kontakte, die fast alle bis heute halten, zu knüpfen und mich zu vernetzen. Dafür, dass ich damals hier wie da völlig unbekannt in der lesbischen, bi, trans*, inter* oder queer-feministischen Szene war, ging das alles sehr schnell.

 

 

weird: Wann hattest du dein Coming-out?

 

weird: Ich war eigentlich schon als Kind queer, ohne es konkret zu wissen und so benennen zu können, auch weil es die Bezeichnung ja zu der Zeit so noch nicht gab. Gendernonkonform. Ein Tomboy. Das Coming-out hatte ich dann erst 2001. Plötzlich war vieles anders.

 

 

weird: Definierst du dich als lesbisch?

 

weird: Ich habe mich zunächst als lesbisch definiert. Ich hatte mich als Frau in eine Frau verliebt. Und war fortan auch nur mit Frauen zusammen. Dann war es wohl so. In den letzten 15 Jahren und 8 Jahren weird habe ich mich jedoch verstärkt mit meiner eigenen sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität auseinander gesetzt, mit Geschlechterkonstrukten und Rollenklischees, mein Gender und meine Genderperformance hinterfragt. Und ich bin heute, was mich selbst angeht, verwirrter denn je (lacht). Ich definiere mich seit einiger Zeit vor allem als weird. Das muss erst mal reichen.

 

 

weird: Was macht dir an weird am meisten Spaß?

 

weird: Das Fragenstellen. Ich bin wohl zu Recht Journalistin (lacht), denn ich habe immer viele Fragen und die Fähigkeit, mich in mein Gegenüber schnell reinzufinden. Egal of face-to-face, am Telefon oder heute häufig per E-Mail. 1993 machte ich mein allererstes Interview, damals mit dem Frontmann Neil Finn von der Band Crowded House im Hyatt Hotel in Köln. Eine meiner All-Time-Lieblingsbands. Das war ein ganz großer Moment für mich. Und bis heute habe ich den Spaß am Fragenstellen und an den Geschichten, die andere mir erzählen möchten, nicht verloren.

 

 

weird: Was ist dir bei deiner Arbeit für weird am wichtigsten?

 

weird: Mir ist es wichtig, Frauen in den Fokus zu stellen und ihre Arbeit und ihr Leben zu portraitieren. Dort, wo andere Medien die „100 Besten“ immer für Männer halten, will ich 200 Frauen dagegenhalten. Besonders im Mittelpunkt stehen bei weird von Beginn an lesbische Frauen sowie bisexuelle, trans*, inter* und queer-feministische. Denn unter den Frauen, die in Medien und Kultur vorkommen, sind Lesben, Bis, trans*, inter*, queere Menschen auch heute noch stark unterrepräsentiert. weird ist sowohl ein feministisches als auch ein LGBTIQ-Statement.

 

 

weird: Was ist dein weird-Lieblingsthema?

 

weird: Musik. Ganz klar Musik. Mein Schwerpunktthema war seit Beginn meiner journalistischen Tätigkeiten Anfang der 1990er Jahre immer die Musik. Ich habe mehrere Tausend CDs und Schallplatten und heute natürlich auch viel digital und habe schon früh einige Jahre als DJ in einer alternativen Bielefelder Disco aufgelegt. Ich habe mich bei weird daher neben weiteren Themen ganz bewusst auf Musikerinnen und Popkulturberichterstattung konzentriert.

 

 

weird: Was hat dich in 8 Jahren weird am meisten gefreut?

 

weird: Ein Höhepunkt war sicherlich die Nominierung für den Alternativen Medienpreis 2010. Aber ich freue mich immer wieder auch über das manchmal ganz unverhofft kommende liebe persönliche Feedback von Leser_innen sowie gerührte Reaktionen von Künstler_innen auf ihr Interview, weil es im besten Fall etwas anders war, als sie es sonst vielleicht kennen, und sie sich in dem Interview oder Portrait selbst gut getroffen fühlen und wiedererkennen können.

 

 

weird: Kommst du aus Bielefeld?

 

weird: Ja. Ich bin in Bielefeld geboren und zur Schule gegangen und habe dort die meiste Zeit meines Lebens verbracht. Ich habe lange in der Nähe vom Nordpark und später mitten im Westen gewohnt. Heute lebe ich mit Hund am Stadtrand.

 

 

 

 

 

 

Interview: Christine Stonat (11/2015)

Name: Christine Stonat

Alter: 46

Beruf: Journalistin | seit November 2007 Macherin des Online-Magazins weird

Wohnort: Bielefeld

Meine weirdeste Eigenschaft: Ich kontrolliere ständig, ob Reißverschluss oder Knopfleiste meiner Hose auch wirklich geschlossen sind. #ausgründen m)

Online: www.weird-bielefeld.de

 

Ausgabe Nr. 97

November 2015

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